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Bertelsmann-Halbjahreszahlen: Umsatzplus, aber weniger Gewinn

Konzernzentrale in Gütersloh: Weltweit beschäftigt Bertelsmann mehr als 100.000 Mitarbeiter
Konzernzentrale in Gütersloh: Weltweit beschäftigt Bertelsmann mehr als 100.000 Mitarbeiter

Bertelsmann verzeichnet im ersten Halbjahr 2014 einen deutlichen Umsatzanstieg, liegt beim Konzernergebnis aber klar unter dem Wert des Vorjahres. Mit 7,8 Milliarden Euro erreicht der Umsatz den höchsten Wert seit sieben Jahren, unterm Strich bleiben 254 Millionen Euro (1. Halbjahr 2013: 419 Mio.).

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Grund für das Umsatzplus von rund 400 Millionen Euro sind in erster Linie die vom Vorstand unter Führung von CEO Thomas Rabe betriebenen strategischen Transformationen wie der Zusammenschluss von Penguin und Random House, die Übernahme von Dienstleistern durch die Bertelsmann-Tochter Arvato sowie die Komplettübernahme des Musikrechte-Riesen BMG. Am meisten zu schaffen machen den Güterslohern durch strukturell rückläufige Geschäfte, schwache Märkte und das kriselnde Zeitschriften-Business. Das Operating EBITDA liegt im ersten Halbjahr bei 1.015 Milliarden Euro und damit minimal über dem Vorjahreswert (1.011 Mrd.), die Marge bei 12,9 Prozent und damit unter der des Vorjahreszeitraums (13,7 Prozent). Vorstandschef Rabe wertete die Zwischenbilanz deshalb auch nur als „zufriedenstellend“, sieht das Unternehmen aber strategisch auf Kurs: „Das deutliche Umsatzplus belegt die Wirksamkeit unserer Strategie, die hohen Investitionen des Vorjahres zahlen sich aus.

Bei den einzelnen Unternehmensbereichen punktet vor allem Dauer-Ergebnisgarant RTL, das mit einem Rekordergebnis in Deutschland die im Ausland zu verzeichnenden Verluste weitgehend wettmachen konnte. Finanziell noch ohne große Relevanz aber interessantes Detail ist die Zahl der Online-Videoabrufe, die gegenüber dem Vorjahreszeitraum um 226 Prozent auf 15,7 Milliarden gesteigert wurde. Erfreulich für Bertelsmann ist auch die Performance des neuen Buchgroßverlags Penguin Random House, der im ersten Halbjahr auf 1,5 Milliarden Euro Umsatz erwirtschaftete, gegenüber 915 Millionen, die Random House im 1. Halbjahr 2013 zur Bilanz beitrug. Ordentliche Geschäftszahlen meldet Arvato. Der Dienstleister kam in den ersten sechs Monaten auf 2,2 Milliarden Euro Umsatz, ein Plus von 100 Millionen Euro. Das Operating EBITDA stieg leicht von 160 Millionen Euro im 1. Halbjahr 2013 auf 162 Millionen.

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Sorgenkind Nummer eins bleibt bei Bertelsmann die Zeitschriften-Tochter Gruner + Jahr. Dort lagen sowohl Umsatz als auch Gewinn klar unter den Vorjahreszahlen. Insgesamt setzte G+J 908 Millionen Euro um (Vorjahr: 1,0 Mrd.), das Operating EBITDA brach von 108 Millionen Euro im 1. HJ 2013 auf jetzt 77 Millionen Euro. Erst vor wenigen Tagen hatte der G+J-Vorstand ein 75 Millionen Euro schweres Sparprogramm und den Abbau von 400 der insgesamt 2400 Jobs im Unternehmen innerhalb der nächsten drei Jahre angekündigt.

 

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