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„Markwort hat mitgesprochen“ – die Presseschau zum Rauswurf von Focus-Chef Jörg Quoos

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Die Nachricht schlug gestern in der Branche ein wie eine Bombe: Jörg Quoos verlässt den Focus nach nur 20 Monaten im Chefsessel – neuer Chefredakteur wird der frühere WAZ-Chef Ulrich Reitz. Als Gründe wurden die berühmten unterschiedlichen Auffassungen bezüglich der künftigen Ausrichtung des Magazins angegeben. Nach Dominik Wichmann beim stern wurde mit Quoos schon wieder ein namhafter Magazin-Chef Knall auf Fall weggeschickt. MEEDIA fasst das Medienecho auf den Rauswurf zusammen.

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FAZ.net:
„Dass man sich beim Focus im Unfrieden trennt, lässt die Mitteilung von Burda deutlich erkennen. (…) Damit wird beschrieben, was Quoos in den Augen von Burda in den vergangenen zwanzig Monaten offenbar nicht gelungen ist – den Focus als Marke wieder so zu platzieren, wie es bei der Gründung des Magazins Anfang der neunziger Jahre und in der Zeit darauf gelungen ist. Der Focus leidet unter einem Rückgang der Auflage und zieht seit geraumer Zeit nicht mehr die Aufmerksamkeit auf sich, die ein Magazin braucht, das im Wettbewerb mit Spiegel und Stern bestehen will.“

Süddeutsche.de
„Die alten Parameter des Journalismus mögen nicht mehr gelten, aber der Spiegel und der stern fangen viel durch immer noch relativ kommode Auflagen auf, der Focus nicht. Dass Jörg Quoos die treibende Kraft für den Umzug nach Berlin war, hat ihn dem Vernehmen nach viele Sympathien bei Verleger Hubert Burda und Herausgeber Helmut Markwort gekostet – und zusammen mit seinem Sparkurs auch in der Redaktion für große Unruhe gesorgt.(…) Wie Ulrich Reitz bei seinem Start im Oktober den Focus angehen wird, will er nicht erörtern, er möchte erst mit der Redaktion reden, teilt er mit. Seine Vorstellungen sind aber bekannt. Er will, so wissen manche beim Focus, das Magazin wieder als Blatt mit wirtschaftsliberaler Stimme positionieren. Statt einer kühlen Nachrichtenfabrik, die vor allem vom Tagesgeschäft getrieben ist, setze er auch auf ‚eine Portion Biergarten‘, was man ja durchaus mal für die DNA des Münchner Magazins halten konnte.“

Zeit Online:
„Der Chefredakteur des Spiegels ist offenbar angezählt, die Chefredakteure von stern und Focus wurden beziehungsweise werden ausgetauscht. Wolfgang Büchner, Dominik Wichmann und Jörg Quoos, alle drei hatten erst im Jahr 2013 die Verantwortung übernommen. Was ist da los? Zunächst einmal haben die einzelnen Fälle wenig miteinander zu tun – die Organisation des mitarbeiterdominierten Spiegel ist eine ganz andere als die des verlagsgeführten stern. Die Branchenprobleme hingegen teilen alle drei.“

Der Tagesspiegel:
„Es gilt als offenes Geheimnis, dass „Focus“-Gründer und Herausgeber Helmut Markwort dabei ein entscheidendes Wort mitgesprochen hat. Zudem hatMarkwort ein enges Verhältnis zu Verleger Hubert Burda – und wohl auch mit ihm die Lage des Focus ausführlich besprochen. Der Entscheidung fiel letztlich gegen Quoos.“

Spiegel Online:
„Seit Helmut Markwort, der Gründer des Magazins Focus, den Posten des Chefredakteurs abgegeben hat, kommt das Münchner Blatt offenbar nicht zur Ruhe.“

Auch auf Twitter wurde die Personalie diskutiert:

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