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Gruner + Jahr droht 2014 beim Umsatz unter die 2-Mrd-Schwelle zu rutschen

G+J-Chefin Julia Jäkel
G+J-Chefin Julia Jäkel

In der Print-Branche ist gerade der Teufel los. Während sich beim Spiegel Chefredakteur und Redaktion streiten wie die Kesselflicker, beim Focus der Chefredakteur urplötzlich weggeschickt wird, verkündet der Hamburger Großverlag Gruner + Jahr ein historisches Spar-Programm, bei dem 400 Jobs wegfallen. Die nächsten schlechten Nachrichten nahen zum Wochenende, wenn G+J seine Halbjahreszahlen verkündet. Laut FAZ droht der Jahresumsatz unter die Schwelle von 2 Mrd. Euro abzurutschen.

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Bei der Vorlage der Gruner-Bilanz 2013 stand noch ein Umsatz von 2,07 Mrd. Euro in den Büchern. 2012 lag der bei 2,22 Mrd, 2011 bei 2,29 Mrd. Laut Informationen der Frankfurter Allgemeinen Zeitung soll der Jahresumsatz 2014 bei rund 1,8 Mrd. Euro landen. Am kommenden Freitag steht aber zunächst einmal die Verkündung der Halbjahres-Zahlen an und auch da sieht es nicht gut aus. Der Umsatz im ersten Halbjahr ist demnach um rund 100 Mio. auf 900 Mio. Euro gesunken. Das operative Ergebnis soll um 25 Mio. Euro auf 80 Mio. Euro abgesackt sein. Ein Teil der Geschichte ist freilich auch, dass sich Gruner im Berichtszeitraum vom us-amerikanischen Druckgeschäft Brown Printing getrennt hat. Auch der Fachverlag Entertainment Media wurde veräußert, wobei dieser jetzt keinen allzu großen Anteil am Umsatz gehabt haben dürfte. Beide Unternehmensteile passten aber nicht mehr zum Kerngeschäft im selbst ernannten „Haus der Inhalte“, also weg damit. Das ergibt strategisch durchaus Sinn, aber der fehlenden Umsatz von Brown Printing fehlt jetzt natürlich in der Bilanz.

Den inoffiziellen Titel als „größtes Zeitschriftenhaus Europas“, den Gruner viele Jahre nicht ohne Stolz führte, hat der Verlag längst an den Hamburger Nachbarn Bauer Media verloren, der vor allem im Ausland ordentlich zugekauft hat. So sind die aktuell verkündeten Sparmaßnahmen nicht zuletzt auch eine Einstimmung auf wenig erfreuliche Geschäftszahlen. Die Botschaft dahinter: Die Zeiten sind hart und werden vielleicht noch härter. Man muss zusammenrücken am Baumwall, dem Sitz von Gruner + Jahr. Und: Größe ist nicht alles. Der Umbau des Großverlags Gruner + Jahr hat gerade erst begonnen.Wenn es gut läuft mit dem Umbau steht da irgendwann ein anderer Verlag. Kleiner, digitaler, flexibler und nachhaltig profitabel. Darüber, was geschieht, wenn es nicht gut läuft, mag man lieber nicht nachdenken.

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