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Gaming-Voyeurismus: Amazon kauft Spielestreaming-Anbieter Twitch für 970 Millionen Dollar

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Jeff Bezos schnappt sich Spielestreaming-Plattform Twitch

Wer zu lange wartet, den bestraft Jeff Bezos: Völlig überraschend hat der drittwertvollste Internetkonzern der Welt dem wertvollsten Online-Unterehmen seine mutmaßliche Beute doch noch entrissen. Der Spielestreaming-Dienst Twitch geht nicht an Google, sondern Amazon – vor allem, weil das Start-up wohl eine kartellrechtliche Hängepartie befürchtete.


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Ein Deal ist nicht durch, bevor die Tinte nicht trocken ist: Diese Weisheit aus dem Geschäftsleben bewahrheitete sich wieder einmal – diesmal für Google. Ende Mai sah es noch aus, als sei die Übernahme des gerade drei Jahre alten Start-ups für eine Milliarde Dollar beschlossene Sache.

Doch nun kommt Jeff Bezos zum Zuge – für praktisch die gleiche Summe, gezahlt in bar. Amazon verkündete die Übernahme für exakt 970 Millionen Dollar bereits. Auch Yahoo soll für an der Akquisition zur selben Summe interessiert gewesen sein, kam aber ebenso wenig zum Zuge wie Google.

Jeff Bezos sticht Google und Yahoo aus

Nach übereinstimmenden Berichten fürchteten die Twitch-Gründer wohl eine kartellrechtliche Hängepartie, die angesichts der Marktdominanz im Videostreaming-Bereich durch Googles Tochter YouTube naheliegend erscheint. Nach Angaben von Forbes konnten sich Google und Twitch nicht über eine sogenannte „Break-up Fee“ einigen, die im Falle des Scheiterns fällig geworden wäre.

Was Twitch so begehrt macht? Es ist ein Streaming-Portal, das Videospieler zusammenführt. Hobby Gamer treten gegen Profis bei beliebten Spielen wie League of Legends, Dota 2, StarCraft, World of Warcraft oder Minecraft an – und die Online-Welt schaut zu.

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Twitch: Video-Streaming mit Live-Charakter

Der Gaming-Voyeurismus boomt: Enorme 55 Millionen Mitglieder zählte Twitch zuletzt, vor zwei Jahren waren es noch 20 Millionen. Allein eine Million Gamer übertragen ihre Live-Spiele bereits an die Twitch-Community.

Twitchs Wachstum ist so explosiv, dass Marketing-Vorstand Matt DiPietro unlängst zugab, ein Traffic-Problem zu haben – man könnte dem Wachstum kaum mehr gerecht werden. Dass Amazon die Infrastruktur für die maximale Auslastung von Online-Videoformaten besitzt, ist unbestritten.

Die Frage, wie der Interntriese einen Spiele-Streamer mit seinem Content-Angebot zusammenbringt, muss indes erst noch beantwortet werden. Aktionären zumindest gefiel der Deal: Die Amazon-Aktie legte leicht um knapp ein Prozent zu.

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