Anzeige

Facebook hat genug von der Klickfängerei: Geht es jetzt Heftig & Co an den Kragen?

Zuckerberg1.jpg

"Das sind mit Abstand die 27 peinlichsten Familienfotos. Nummer 16 wird dich kreischend zusammenbrechen lassen." Überschriften wie diese überfluten seit einigen Monaten die Facebook-Newsfeeds. Doch der sogenannten "Clickbait"-Technik will Facebook einen Riegel vorschieben. Postings in diesem Stil sollen künftig weniger prominent angezeigt werden.

Anzeige
Anzeige

Clickbaiting – das bedeutet, dass Postings extra mit reißerischen Überschriften versehen werden, um den Leser zum Klicken zu bewegen. Die dazugehörigen Beiträge halten inhaltlich meistens nicht, was die Überschriften versprechen. Insbesondere die Internetseite heftig.co ist für diese Art des Anteaserns berühmt („Ein Mann fuhr mit seinem Boot auf den See. Als er etwas im Wasser entdeckte, traute er seinen Augen nicht“). Doch auch andere Medien setzen auf die heftig-Methode, wie zum Beispiel die Huffington Post Deutschland („Dieser Suchvorschlag von Google ist unglaublich sexistisch“).

Facebook verkündete diese Woche, dass ein Filtersystem eingeführt werden soll. Mit Hilfe des neuen Algorithmus werden Clickbaiting-Postings in den Newsfeeds seltener angezeigt. Eine Umfrage, die das soziale Netzwerk durchführte, ergab, dass 80 Prozent der Facebook-Nutzer Überschriften bevorzugen, die ihnen entscheiden helfen, ob sie den Artikel lesen wollen oder nicht. Überschriften mit ‚echtem‘ Inhalt.

Um Clickbaiting-Überschriften zu finden und zu filtern, setzt Facebook nach eigenen Angaben auf zwei Messgrößen:

1. Die Verweildauer
Facebook misst, wie lange der Nutzer tatsächlich auf der angeklickten Seite bleibt. Ist die Verweildauer sehr kurz und kehrt der Nutzer nach wenigen Sekunden zu Facebook zurück, ist dies ein Zeichen dafür, dass der Beitrag wenig relevante Inhalte vermittelt.

Anzeige

2. Die Interaktion
Wenn auffällig viele Nutzer ein und denselben Link klicken, dort aber nicht interagieren – also keine Kommentare oder Likes hinterlassen –, sieht das soziale Netzwerk darin ebenfalls ein Zeichen für Clickbaiting.

Nach der Ankündigung, dass Facebook in Zukunft Satire als solche kennzeichnen will, scheint diese Systemänderung tatsächlich hilfreich zu sein, um wertvollere Inhalte in den Vordergrund zu spielen. Huffington Post, heftig, Buzzfeed & Co werden sich in Zukunft eine neue Facebook-Strategie überlegen müssen.

Gegenüber MEEDIA gab sich der Sprecher von heftig.co jedoch gelassen, sie fühlen sich von dem neuen Filter-System offensichtlich nicht bedroht: „Der Erfolg von heftig.co beruht ja gerade darauf, dass die Inhalte für die User sehr relevant sind. Heftig misst von Anfang an auf ihrer Website bei jedem Link das Verhältnis zwischen Klickrate und Engagement. ‚Schlechte‘ Inhalte werden dann bei Facebook gar nicht erst gepostet und enttäuschen deshalb dort auch keine Leser. Und die Statistik spricht eine sehr klare Sprache: Keine andere Website hat ein so gutes Verhältnis zwischen Klicks und Interaktionen.“

Weiter betont Huber, dass eher News-Sites unter den neuen Facebook-Regeln leiden werden,  die langweilige Nachrichten „einfach im heftigsytle verpacken“.

Anzeige

Mehr zum Thema

Anzeige
Anzeige

Dein Kommentar

Deine E-Mailadresse wird nicht veröffentlicht.

*