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Krisen-Konferenz: Werden Umbau-Pläne beim Spiegel erneut „geprüft“?

Spiegel Geschäftsführer Ove Saffe (l.) und Chefredakteur Wolfgang Büchner
Spiegel Geschäftsführer Ove Saffe (l.) und Chefredakteur Wolfgang Büchner

Auch nach mehr als dreieinhalb Stunden der Spiegel-Gesellschaftergespräche hinter verschlossenen Türen ist kein Signal einer Einigung über die Entscheidung zum Redaktionsumbau nach außen gedrungen. Nach MEEDIA-Informationen dürfte es dazu an diesem Freitag auch nicht kommen, sondern eine "Prüfung" der Pläne von Chefredakteur Wolfgang Büchner veranlasst werden.

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Wenn diese Informationen aus dem Umfeld der Verhandlungsführer stimmen, so wäre es vor allem ein Zeichen der Deeskalation und des Zugehens auf die Büchner-Kritiker beim Spiegel, die am Vormittag ein überwältigendes Votum des Misstrauens an die Gesellschafter übersandt hatten. Mehr als 80 Prozent der gut 250 Spiegel-Redakteure hatten eine Petition unterzeichnet, die die Trennung vom dem erst seit vergangenen Herbst amtierenden Chefredakteur fordert. Das, so scheint es, konnten weder die Geschäftsführung der Mitarbeiter KG, die 50,5 Prozent der Anteile am Unternehmen hält, noch Gruner + Jahr als Minderheitsgesellschafter ignorieren.

Wie es scheint, soll es eine Phase geben, in der das am Dienstag vorgestellte Digital-Konzept von Wolfgang Büchner diskutiert und womöglich verändert wird. Ziel dabei ist es zum Einen, Zeit zu gewinnen und die erhitzten Gemüter zu besänftigen, zum Anderen, mögliche Schwachstellen in der Planung zu eliminieren. Für den Chefredakteur und den Geschäftsführer Ove Saffe, die vehement für eine sofortige Umsetzung der Pläne gefochten haben (das Wort „ultimativ“ hören sie in diesem Zusammenhang ungern), ist das ganz sicher ein Rückschlag. Für den Spiegel insgesamt ist es ein Gewinn, der eine drohende Zerreißprobe zumindest zunächst verhindert.

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Dennoch dürften, wenn es so kommt, Fragen bleiben und viel zu diskutieren sein. Aber genau darauf scheinen die Gesellschafter zu setzen: Dass nun eine fruchtbare Diskussion fernab von persönlichen Befindlichkeiten in Gang kommt, die im Idealfall den kollektiv motivierten Umbau der Redaktionsorganisation vorantreibt. Ob die Mehrheit der Redaktion sich dadurch von ihrer Forderung nach einer Ablösung Büchners abbringen lässt, steht freilich auf einem anderen Blatt. Und zumindest in den Gedankenspielen der Gesellschafter dürfte nicht nur die Ausschreibung der Ressortleiter-Stellen, sondern auch die des Spiegel-Chefredakteurs eine reale Option sein.

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