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Carl Icahn gewinnt: eBay will Bezahldienst Paypal doch abspalten

eBay-CEO John Donahoe wird nach der Aufspaltung in den Verwaltungsrat wechseln
eBay-CEO John Donahoe wird nach der Aufspaltung in den Verwaltungsrat wechseln

Bloß nicht gegen Carl Icahn wetten: Die Investor-Legende lacht grundsätzlich immer zuletzt – selbst dann, wenn er seine Wette bereits aufgegeben zu haben scheint. So nun auch bei Online-Auktionator eBay, den Icahn zu Jahresbeginn zur Abspaltung der Bezahltochter Paypal gedrängt hatte. Nach einem Bericht des gutinformierten Premium-Techportals The Information plant eBay nun doch die Ausgliederung der Bezahltochter und sucht bereits einen neuen CEO.

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Die Wirkungstreffer setzen mit einer gewissen Verzögerung ein. Anfang des Jahres war es, als Corporate Raider Carl Icahn neben seinem Kreuzzeug für die Apple-Aktie einen anderen Kriegsschauplatz eröffnete. Die 78-jährige Investment-Legende nahm eBay ins Visier und knöpfte sich den Vorstand in der gewohnten Gangart vor: ruppig.

„Entweder er schläft oder, schlimmer, er ist naiv und einfach blind“, wetterte Icahn gegen eBay-CEO John Donahoe, der sich in der Vergangenheit als schlechter Vorstandschef gezeigt habe, weil er nach Icahns Meinung die Aktionärsinteressen nicht hinreichend berücksichtigen würde.

Carl Icahn drängt auf PayPal-Abspaltung

Die lagen nach Meinung Icahns eindeutig in der Aufsplittung des Unternehmens in zwei Teile: das lahmende Auktionsgeschäft und den Wachstumstreiber PayPal. Die Fronten schienen erkennbar verhärtet. eBay kämpfte verbissen um den Status quo und erwidert die Anschuldigungen des Corporate Raiders mit immer neuen Blogeinträgen.

Überraschenderweise zog Icahn seine Forderungen drei Monate später nach leichten Kurssteigerungen erst großteils, dann ganz zurück, obwohl er weiter investiert blieb. Bemerkenswerterweise scheint Icahn aber selbst dann Recht zu bekommen, wenn er seine Interessen nicht mehr Nachdruck vertritt.

Anleger bejubeln Gerüchte mit Kurssprung
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Im Juni, also kurz nach der schweren Fehde zwischen Icahn und eBay, verabschiedete sich PayPal-CEO David Marcus in Richtung Facebook. Noch immer sucht eBay nach einem neuen PayPal-Chef, der offenbar ein neues Anforderungsprofil besitzen soll – nämlich den Bezahldienst auch als eigenständiges Unternehmen zu führen, mutmaßlich an die Börse.

Das berichtet das gewöhnlich gut informierte Techportal The Information, das von der früheren Wall Street Journal-Reporterin Jessica Lessin geführt wird. Nach Angaben von Lessin könne eBay die Abspaltung von PayPal bereits im nächsten Jahr vollziehen. Anleger reagierten euphorisch auf die Gerüchte und beförderten die eBay-Aktie im Handelsverlauf um 5 Prozent nach oben.

Elon Musk über Paypal Anbindung an eBay: „Das ist so, als wenn Target Visa besäße“

Geht es nach Tesla-Gründer Elon Musk, ist die Abspaltung von Paypal ohnehin überfällig. „Es macht einfach keinen Sinn, dass ein globaler Bezahldienst die Tochtergesellschaft einer Auktionswebseite ist“, erklärte der frühere Paypal-CEO Anfang des Jahres, als Icahn auf eine Aufspaltung drängte. „Da ist so, als wenn Target (eine Supermarktkette) Visa besäße.“

Carl Icahn hat unterdessen schon wieder neue Investment-Ziele gefunden: Er gab gestern den Einstieg beim Autovermieter Hertz bekannt und sicherte sich gleich mal 8,5 Prozent am Unternehmen. Es könnte die nächste turbulente Fahrt werden …

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