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Millionen für die Bosse – ProSiebenSat.1-Betriebsrat fordert Bonus für alle Mitarbeiter

ProSiebenSat.1-Vorstandschef Thomas Ebeling
ProSiebenSat.1-Vorstandschef Thomas Ebeling

Der ProSiebenSat. 1-Betriebsrat fordert eine Beteiligung der Belegschaft am Erfolg des Unternehmens. Er reagiert damit auf die vergangene Woche bekannt gewordenen Bonuszahlungen in Millionenhöhe an Top-Manager der Mediengruppe. Laut Süddeutscher Zeitung hat Vorstandschef Thomas Ebeling ein zeitnahes Gespräch in Aussicht gestellt.

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Auf Seite 78 unten im Bericht für das zweite Quartal (hier zum pdf) hatte das Handelsblatt Anfang vergangener Woche aufgespürt, was vielen entgangen war: Die Lavena Holding hat 76,8 Millionen Euro an verschiedene Führungskräfte der ProSiebenSat.1 Media AG ausgeschüttet. Die Finanzinvestoren KKR und Permira hatten ihre Mehrheitsbeteiligung an dem Medienkonzern Anfang des Jahres in mehreren Schritten verkauft.

Auf die Auszahlung, das versicherte Vorstandschef Thomas Ebling laut Süddeutscher Zeitung  (Print-Ausgabe vom Donnerstag, S. 20) nun im Intranet der Mediengruppe, habe der Vorstand jedoch keinerlei Einfluss gehabt: „Die Zahlung belastet auch ProSiebenSat. 1 mit keinem Euro.“ Ebeling selbst profitierte von dem Bonus mit 23,4 Millionen Euro.

Die Höhe der Summe spiegelt den Erfolg wieder, den die Mediengruppe seit einigen Jahren hat: So konnte diese den Wert ihrer Aktie seit 2009 um das 40-fache steigern. Das liege jedoch unter anderem an erheblichen Sparmaßnahmen, die an der Belegschaft nicht spurlos vorübergegangen seien, wie eine Führungskraft der Süddeutschen Zeitung gesagt hat: „Jeder im Unternehmen hat seine persönlichen Sparerfahrungen gemacht in den vergangenen Jahren. Boni von 76,8 Millionen Euro an wenige ist schwer zu vermitteln.“

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Die Belegschaft fordert daher auch ein Stückchen vom fetten Bonuskuchen. Der Geldsegen, so heißt es laut SZ im Intranet seitens einiger Mitarbeiter, wäre eine gute Gelegenheit gewesen, allen Wertschätzung zu vermitteln. So hatte es beispielsweise Heim Saban getan: Als der Investor 2006 aus dem Konzern ausstieg, nachdem er diesen einst aus der Insolvenz der Kirch-Gruppe gekauft hatte, zahlte er jedem Beschäftigten 500 Euro.

Ob das realistisch ist und inwiefern der Konzernvorstand hier etwas ausrichten kann, ist fraglich. CEO Ebeling hat dem Betriebsrat laut SZ-Bericht ein zeitnahes Gespräch in Aussicht gestellt. Der erwarte eine „deutlich spürbare Beteiligung“, hat Peter Pilnei, Vorsitzender des Betriebsrats, der Zeitung gesagt.

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Alle Kommentare

  1. Das finde ich gut! Muss ja nicht immer sein, dass die die eh schon mehr verdienen dann nicht auch die ganze Zeit Boni bekommen müssen. Wenn alle in der gleichen Firma bzw am gleichen Projekt arbeiten, dann sollen sie auch gleich belohnt werden! Wofür ein Betriebsrat sonst noch gut ist, kann man unter anderem hier erfahren http://www.ifb.de/betriebsrat/ Wir haben einen und sind froh darüber, denn er setzt sich auch sehr oft für uns eine!

    Beste Grüße

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