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Warum “Promi Big Brother” besser ist als beim letzten Mal (aber immer noch nicht so gut wie der RTL-Dschungel)

Dirty Old Men und leicht bekleidete Damen bei Promi BB
Dirty Old Men und leicht bekleidete Damen bei Promi BB

Mit “Promi Big Brother - das Experiment” hat Sat.1 endlich mal wieder ein Event-Format aus der beliebten Reihe “Quäl den Pseudo-Promi” im Programm, das nicht sofort quotenmäßig abgeraucht ist. Bei den Sender-Verantwortlichen dürfte sich eine gewisse Erleichterung breitmachen, dass die Freak-Show rund um Ronald Barnabas Schill, Hubert Kah und Co. auch am dritten Tag noch auf Zuspruch trifft. Warum funktioniert die Show diesmal besser als beim völlig vergurkten ersten Aufguss? Wir haben Ursachen-Forschung betrieben.

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1. Die Moderation

Einer der Gründe, warum die erste Auflage von “Promi Big Brother” so dermaßen daneben ging, war das Moderatorenduo Oliver Pocher und Cindy aus Marzahn. Pocher blieb blass, Cindy aus Marzahn kann nicht moderieren. Zumindest Letzteres hätte man ahnen können. Die dicke Komikerin, deren Hauptleistung darin zu bestehen scheint, dass sie den immergleichen rosa Jogging-Anzug aufträgt, war aber halt für teuer Geld vom RTL abgekauft worden und da musste sie auch schaffen. Das dürfte gleichzeitig der einzige Grund sein, warum Big Cindy in der Neuauflage von “Promi BB” immer noch mitmischen darf. Nun liest sie zweimal pro Sendung Kommentare zu den einzelnen Kandidaten von Kärtchen ab. Wer es immer noch nicht wusste, kann von diesen Auftritten als Erfahrung mitnehmen: Cindy aus Marzahn kann nicht nur nicht moderieren. Sie ist auch nicht komisch. Kein bisschen. Der kommerzielle Erfolg dieser Frau bleibt ein ungeklärtes Mysterium, an dem sich auch Rainer Holbe die Zähne ausgebissen hätte. Falls der noch halbwegs fit ist, wäre das übrigens ein Tipp für die nächste Trash-Casting-Runde.

Der aktuelle Moderator Jochen Schropp ist mittlerweile so etwas wie die Allzweck-Waffe von Sat.1. Eine Art Wiedergänger des jungen Oliver Geissen, nur mit Bart: ohne Fehl und Tadel aber auch ohne Anspruch auf Witz oder einen halbwegs originellen Gedanken. Im Vergleich zum Mod-Monster CindyPocher ist das freilich ein Fortschritt.

2. Die Besetzung

Bei der Premiere dachten die Macher offenbar, mit dem inszenierten Kurz-Auftritt von David Hasselhoff den Vogel abgeschossen zu haben. Der offensichtlich abgekartete Blitz-Auszug des Promi-Wracks “The Hoff” führte das ganze BB-Show-Konzept, das ja auf Durchalten basiert, ad absurdum. Diesmal haben die Produzenten dagegen ganze Arbeit geleistet. Der durchgeknallte, vom Äußeren Herr an eine LSD-Version von Heinz Schenk gemahnende Hubert Kah und Ronald Barnabas Schill sind schon ein Traum-Duo, nach dem sie sich auch im RTL-Dschungel die Finger lecken würden. Gäbe es in Deutschland einen Regisseur vom Schlage eines Quentin Tarantino, er müsste Hubert Kah nach diesem Crazy-Old-Man-Auftritt bei “Pomi BB” sofort eine tragende Nebenrolle geben.

Der Ex-Scharf-Richter Gnadenlos ist ohnehin eine supersichere Nummer. Und er gibt mit großer Lust das erwartete Macho-Arschloch. Der Mann liefert Big Time. Folgender Dialog zwischen Hubsi Kah und Barnabas aus der jüngsten Folge zeigt die Klasse dieses Teams:

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Schill: “Man kann nicht auf geistig hohem Niveau kommunizieren, man kann auch nicht erotisch kommunizieren. Es kommt nichts zurück.”

Kah: “Du kannst kein Ping Pong machen”

Diese Worte fielen, nachdem Kah einer gewissen Frau Tas auf den Poppes klopfte und damit einen – wie es der Sender nennt – “Skandal” auslöste. Im Vergleich zu Kah und Schill bleibt Hoffnungsträger Wendler im Keller des Hauses blass. Er scheint gewillt, sein Image als Mega-Weichei aus dem Dschungel auszuwetzen. Diagnose:  langweilig.

Dazu der immer gern genommene blonde Ex-”Bachelor” (“Ich habe seit drei Tagen keine Haare gebürstet.”) und das übliche Weibsvolk von der abgewirtschafteten Ex (Claudia Effenberg) bis zum allergischen Teppichluder und klasse Füllsel (ein “Jauch-Kandidat, ein Adoptiv-Prinz, usw). Da kann man wirklich nicht meckern.

3. Die Spielregeln

Was in der Erstauflage der seltsame Stall war, ist nun ein ganzes Keller-Stockwerk. Dass die Bewohner von der Luxuswelt oben in den Gruselkeller unten und wieder zurück wechseln dürfen, bzw. müssen, gibt der Sendung den Beinamen “Das Experiment”. Dabei sind solche Psycho-Spielchen in Promi-Quäl-Formaten nun wahrlich nix Neues. Trotzdem ist das Setting mit einer Luxuswelt und einer kargen Kellerwelt simpel aber effektiv. Vor allem wenn eine Kandidatin wie Claudia Effenberg in einer Folge von Mit-Insassen und Publikum gleich mehrfach hin und hergeschickt wird. Hihi.

Die Produzenten haben also aus den Schwächen der ersten Auflage “Promi Big Brother” gelernt und sie im wesentlichen ausgemerzt. An den RTL-Dschungel kommt das Format freilich trotzdem nicht heran. “Promi BB 1” war schlecht gemachtes Trash-TV. “Promi BB” 2” ist nunmehr gut gemachtes Trash-TV. Das ist leidlich amüsant (auch wenn Sat.1 offenbar aus purer Not jede Folge überlang auswalzt). Beim Dschungelcamp kann man wirklich was lernen über Menschen. Es gibt gruppendynamische Prozesse und eine intelligente, witzige Moderation, die den Medienzirkus und die eigene Sendung ironisch bricht. Das alles fehlt hier. Aber man will ja auch nicht zu anspruchsvoll werden. Für die Ferienzeit und für Sat.1-Verhältnisse ist “Promi Big Brother – das Experiment” aus den genannten Gründen ordentlich gemachte Trash-TV-Unterhaltung. Nicht mehr  – aber auch nicht weniger.

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Alle Kommentare

  1. Hatte vor einigen Tagen schon mal einen Kommentar geschrieben und mich über diese unmögliche Person beschwert. Sie beleidigt Bewohner des Hauses in unverschämter Weise- Diese Bewohner haben Angehörige zu Hause die dieses niveaulose Geschwätz anhören müssen.Bin nochmal in diese Sendung gegangen um zu prüfen, ob sie sich etwas zurückhält. Aber nein, ich kann SAT 1 nicht verstehen, dieses zu billigen. SAT 1 ist für mich tabu. Haben sie das nötig, so eine Person zu beschäftigen, oder hören sie sich diese gemeinen Äußerungen nicht an??

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