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Der gedruckte Brockhaus ist endgültig Geschichte

Das Aus für die gedruckte Ausgabe des Brockhaus war bereits vor einem Jahr bekanntgegeben worden. Nun teilte der Verlag mit, dass das Buchhandelsgeschäft und das Direktvertriebsgeschäft, das etwa 85 Prozent des Umsatzes ausmachte, eingestellt werden.

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„Es sind keine Ausgaben mehr auf Lager“, sagte ein Sprecher gegenüber der dpa. „Ab sofort gibt es den Brockhaus nur noch gebraucht – oder eben digital.“ Die redaktionelle Aktualisierung für die rund 300.000 Artikel soll allerdings für die kommenden Jahre sichergestellt sein. Das gilt unter anderem für Kunden, die einen Online-Zugang gekauft haben sowie Abonnenten des „Brockhaus-Wissensservice“ – wozu unter anderem Hochschulen, Unternehmen und Bibliotheken wie die Bayerische Staatsbibliothek zählen.

Schon 2008 hatte das Unternehmen „Bibliographisches Institut & F.A.Brockhaus AG“ („Duden“) die Print-Ausgabe eingestellt und eine Online-Ausgabe angekündigt, die sich über Werbung finanzieren sollte. Allerdings ließ die Ankündigung die Verkaufszahlen der Nachschlagewerke in die Höhe schnellen. Das Online-Projekt wurde daraufhin auf Eis gelegt. Bertelsmann hatte die Marke Brockhaus und die 21. Auflage gekauft. Interessenten für die Rechte an einer weiteren Ausgabe gebe es nicht, sagte der Sprecher.

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Im Jahr 1808 hatte Friedrich Arnold Brockhaus das unvollendete „Conversationslexikon mit vorzüglicher Rücksicht auf die gegenwärtigen Zeiten“ gekauft. In der Folge galt der Brockhaus als das Maß aller Nachschlagewerke in Deutschland. Die 30-bändige Ausgabe misst mehr als anderthalb Meter und ist 70 Kilo schwer.

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