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Zapp hat mal nachgerechnet: Bild führt die Riege der gerügten Zeitungen an

Jede vierte Rüge des Deutschen Presserats ging seit 1986 an die Bild-Zeitung oder ihre Ableger
Jede vierte Rüge des Deutschen Presserats ging seit 1986 an die Bild-Zeitung oder ihre Ableger

Auf seiner Internetseite veröffentlicht der Deutsche Presserat bereits seit geraumer Zeit Statistiken aller öffentlich ausgesprochenen Rügen seit 1986. Das Medienmagazin "Zapp" hat sich die Zahlen näher angeschaut und visualisiert. Das Ergebnis: Die Bild-Zeitung ist der unangefochtene Spitzenreiter unter den gerügten Medien.

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Mitsamt der Regionalausgaben, dem Online-Auftritt sowie der Bild am Sonntag wurde die Bild-Zeitung seit 1986 157 mal wegen Verstößen gegen den Pressekodex gerügt. Insgesamt sprach der Deutsche Presserat in diesem Zeitraum 618 Rügen aus – die Bild war also in einem Viertel der Fälle Beschwerdegegner. Zapp veranschaulicht die Verteilung der öffentlichen Schelte in mehreren Grafiken und stellt darüber hinaus fest: Bis auf wenige Ausnahmen führte Bild auch in den einzelnen Jahren die Riege der gemaßregelten Zeitungen und Zeitschriften an. Einzig die Jahre 1989 und 1990 waren für das Boulevard-Blatt rügenfrei, in den übrigen Jahren kassierte die Zeitung inklusive ihrer Ableger manchmal mehr als 40 Prozent der insgesamt ausgesprochenen Rügen.

Langfristig zeichne sich aber ein sinkender Trend ab, schreibt das Medienmagazin „Zapp“: Zwischen 1981 und 1990 heimste die Bild 31 Prozent aller Zurechtweisungen durch den Presserat ein, im Zeitraum 1991 bis 2010 waren es „nur“ 24 Prozent – und das, obwohl die Zeitung in den Jahren 2001, 2004 und 2009 Höchstwerte von 12 Rügen im Jahr erreichte.

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Weit hinter der Bild-Marken folgen die B.Z. mit 20 Rügen, Coupé (18), Express (13), Taz (13), Abendzeitung (11) und Hamburger Morgenpost (10). Insgesamt verzeichnet der Deutsche Presserat 239 öffentlich gerügte Zeitungen und Zeitschriften.

2013 wurden 1347 Beschwerden eingereicht, davon waren 119 Sammelverfahren. Mehr als 80 Prozent der Anliegen kommen dabei von Privatpersonen. Entgegen der Vermutung, besonders Publikumszeitschriften bzw. die „Klatschpresse“ sei Gegenstand von presseethischen Überprüfungen, sind es besonders regionale und lokale Tageszeitungen, denen ein Verstoß gegen den Pressekodex vorgeworfen wird: Im Jahr 2013 waren diese in 385 Fällen Beschwerdegegner. Mit 175 Verfahren folgen ihnen dann erst die Publikumszeitschriften, 167 mal waren Boulevardzeitungen Gegenstand der Überprüfungen.

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