Talente, verzweifelt gesucht? DSDS weitet internationale Fahndung nach Sängern aus

„DSDS“ goes international: Für die zwölfte Staffel schickt RTL seine Redakteure quer durch Europa.
"DSDS" goes international: Für die zwölfte Staffel schickt RTL seine Redakteure quer durch Europa.

Fernsehen "DSDS" wird noch internationaler. Für das neue, insgesamt 12. Casting schickt RTL seine Talentsucher in acht Länder. Eine schöne Initiative für Europa, würden Politiker sagen. Doch der Grund für die Aktion dürfte auch sein, dass immer mehr Castingshows um immer mehr Talente kämpfen - und "DSDS" eben auch nicht mehr unbedingt die erste Adresse ist.

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Der letzte Gewinner von „Deutschland sucht den Superstar“ mit deutschem Pass stammt aus dem Jahr 2011. Nach Pietro Lombardi gewannen zwei Schweizer und zuletzt die Polin Aneta Slabik. Ab der kommenden Woche fahndet RTL nun wieder nach Gesangstalenten und schickt den „DSDS“-Truck auf große Casting-Tour. Erstmals verlässt die Produktion dabei den deutschsprachigen Raum. Neben den Stops in Deutschland, Österreich und der Schweiz schickt RTL seine Talentsucher für die zwölfte Staffel auch in die Benelux-Staaten und nach Polen und Tschechien. Insgesamt 49 Städte stehen auf dem Plan. Die Reiseroute wurde ausgeweitet, so die Kölner, „um den jungen deutschsprachigen EU-Bürgern eine unkomplizierte Teilnahme an den Castings zu ermöglichen.“ Doch stellt sich dabei auch die Frage: Ist Deutschland leer gecasted?

In der zwölfjährigen Geschichte von DSDS kamen und gingen viele Shows, in denen gute Sänger gesucht wurden. Und auch in diesem Jahr reißt der Casting-Wahn nicht ab. ProSieben und Sat.1 suchen weiterhin bei „The Voice“ nach Nachwuchskünstlern. ProSieben versuchte mit „Keep Your Light Shining“ ein neues Musikkonzept, bei RTL geht in diesem Monat mit „Rising Star“ eine weitere Talentshow on air.

„DSDS“ ist die gute alte Tante im Casting-Business. Aber das Finale der diesjährigen Staffel war das schwächste aller Zeiten. Nur 3,8 Millionen Zuschauer erreichte RTL. Das entsprach einem Marktanteil von nur 13 Prozent – und war unterdurchschnittlich. Seit 2010 ist der Marktanteil der Sendung von 20,3 Prozent auf 13,8 Prozent gefallen. In der werberelevanten Zielgruppe fielen die Werte sogar um mehr als zehn Prozent von 32,7 auf 21,6 Prozent. Jury- und Moderatorenwechsel sowie die ein oder andere Regeländerungen konnten in den vergangenen Jahren einen Abwärtstrend vielleicht dämpfen, aber nicht aufhalten.

RTL wird es auf diesem Weg vermutlich gelingen, seine Teilnehmerzahlen weiter zu steigern. Rund 35.000 Menschen hatten nach Senderangaben vergangenes Jahr den Traum vom Superstar. Ob das auch auf die Quote einzahlen wird, ist fraglich. Für die zwölfte Runde hat der Sender neben der erweiterten Suche weitere Veränderungen angekündigt. Eine Revolution ist aber nicht zu erwarten.

 

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