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Kirch und kein Ende: Anklageschrift gegen Deutschbanker soll fertig sein

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Leo Kirch, Rolf Breuer, Josef Ackermann (v.l.)

Die Staatsanwaltschaft München hat laut FAZ ihre Anklageschrift gegen aktuelle und ehemalige Top-Manager der Deutschen Bank fertig. 600 Seiten soll sie dick sein. Josef Ackermann, Rolf Breuer und weitere Banker sollen im Kirch-Prozess die Unwahrheit gesagt haben. Die wichtigsten Fragen und Antworten.

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Worum geht’s?
Immer noch um das Interview, das der ehemalige Chef der Deutschen Bank, Rolf Breuer, dem Nachrichtendienst Bloomberg gab. Darin hatte er die Kreditwürdigkeit von Leo Kirch bezweifelt. Die Deutsche Bank war der wichtigste Kreditgeber von Kirch. Kirch ging gegen Breuer vor, weil er ihm die Pleite seines Medienimperiums anlastete – das Interview habe ihn „erledigt“. Im Februar einigten sich die Deutsche Bank mit den Erben von Leo Kirch auf eine Vergleichszahlung von 925 Millionen Euro.

Und warum wird jetzt noch mal geklagt?
Weil Josef Ackermann, Rolf Breuer, Ex-Aufsichtsratschef Clemens Börsig, Ex-Vorstand Tessen von Heydebreck und auch der amtierende Ko-Vorstandschef Jürgen Fitschen im Kirch-Prozess die Unwahrheit gesagt haben sollen, um den von Kirch geforderten Schadensersatz zu vermeiden. Formal nennt sich das Vergehen „Prozessbetrug“.

Gelogen? Warum denn?
Die Banker gaben vor Gericht zu Protokoll, dass sie keine Kenntnis davon hatten, dass es bankeninterne Überlegungen gegeben haben soll, das Kirch-Imperium zu zerschlagen und davon letztlich zu profitieren. Genau das, vermutete Leo Kirch und auch die Staatsanwaltschaft, könnte das Motiv für das Interview gewesen sein, das Breuer Bloomberg gab. In dem Prozess soll nun geklärt werden, ob dies tatsächlich so war.

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Und was hat Thomas Middelhoff mit der Sache zu tun?
Der ehemalige Bertelsmann-Chef Middelhoff hatte Anfang 2002 eine kleine Gruppe ins Gasthaus „Wichmann“ eingeladen, darunter Breuer, den damaligen Bundeskanzler Gerhard Schröder und den inzwischen verstorbenen WAZ-Chef Erich Schumann. Bei diesem Treffen soll über eine mögliche Zerschlagung von Kirch gesprochen worden sein. Middelhoff sagte (u.a. laut einem Bericht der SZ) bei einer Vernehmung zunächst, er könne sich an das Treffen und was dort besprochen worden sei, nicht recht erinnern. Bei einer späteren Vernehmung soll er eingeräumt haben, dass es doch um die Zukunft von Kirch gegangen sei, auch wenn das böse Wort von der „Zerschlagung“ nicht ausgesprochen worden sein soll.

Was sagt die Deutsche Bank?
Laut FAZ bisher nur „kein Kommentar“.

Wie geht’s weiter?
Die Generalstaatsanwaltschaft und das Justizministerium in München müssen noch ihre Zustimmung zur Anklage geben. Angeblich nur eine Formalie. Zur Hauptverhandlung würde es frühestens 2015 kommen.

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