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Umparken auf dem Wahlzettel: die Brandenburger FDP versucht es mit Selbstironie

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Bei Marketing-Fachleuten erhält die "Umparken im Kopf"-Kampagne von Opel Anerkennung. Für den Image-Wechsel hat Scholz & Friends mit Klischees über den Autobauer aufgeräumt. Eine Scheibe davon abschneiden will sich wohl auch die krisengeplagte FDP - die Brandenburger Liberalen haben sich da mal eine Aktion ausgedacht.

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„Gleiche Chancen für alle“, „Das ist nicht Berlin. Das ist Brandenburg“. Im Bundesland, das die Hauptstadt umschließt, stehen mal wieder Landtagswahlen an. Die Parteien haben Straßen und Plakatwände mit den immer gleichen Wahlsprüchen zugekleistert. Alle? Nein. Die am Boden liegende FDP will in diesem Jahr alles anders machen.

„KEINE SAU BRAUCHT DIE FDP“, lautet ihr Slogan. Auffällig, provokant, selbstironisch, wenn auch ziemlich platt. Ein Ziel erreicht die FDP mit ihrer Aktion schon mal – Aufmerksamkeit. Es ist quasi die Anti-Kommunikation zu Guido Westerwelles Idee von 2002, sein Wahlziel von 18 Prozent auf seine Schuhsohlen zu kritzeln.

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Wahlhelfer sollen in Potsdam Plakate tapeziert haben, berichtet die Berliner Morgenpost. Ihre Homepage hat die FDP Brandenburg verbarrikadiert, quasi ebenfalls zugekleistert. „Keine Sau braucht die FDP“ auch hier. Anruf in Potsdam bei der Landeszentrale, es meldet sich der Anrufbeantworter:

Wer mehr über die Partei-Werbung erfahren will, müsse am Donnerstag zu einem „Pressegespräch“ erscheinen. Laut der Morgenpost hätten auch der Spitzenkandidat und Landeschef ihre Handys ausgeschaltet. Zumindest die Lokal- bis Regionalpresse dürfte die Idee auf den Plan rufen.

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Die Aktion sorgt selbstverständlich auch bei der Konkurrenz für Aufmerksamkeit. Die hämischen Reaktionen dürften die Liberalen eingeplant haben.

Statt „Umparken im Kopf“ fährt die FDP offenbar die Strategie „Umparken auf dem Wahlzettel“. Das ist auch nötig. Bei den vergangenen Wahlen konnte die Partei in Brandenburg immerhin noch 7,2 Prozent für sich gewinnen und zog in den Landtag ein. Laut aktuellen Umfragen wird es dieses Mal aber kritisch.

Wenn aufmerksamkeitsheischende Kampagnen ein Gradmesser für Verzweiflung sein sollten – dann ist die FDP in Brandenburg sehr verzweifelt.

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