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Keine Mega-Medien-Hochzeit: Murdoch will Time Warner nicht mehr

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Rupert Murdoch (Foto: dpa)

Der Traum vom gigantischen Medien-Merger zwischen 21st Century Fox und Time Warner ist geplatzt. Zumindest vorerst. Der australische Medientycoon zog seine Übernahmeofferte nach der sturen Haltung des Time Warner-Aufsichtsrats, aber auch des Drucks auf die Fox-Aktie zurück.

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Die Wall Street reagierte prompt auf den Rückzug: Anteilsscheine von Fox haussierten, Time Warner-Aktien verloren deutlich.

Rupert Murdochs Geduld ist begrenzt – seine Großzügigkeit sowieso. „Das war’s. Das Spiel ist aus.“ Mit diesen Worten zitiert ein mit der Angelegenheit Vertrauter die Entscheidung des Medienmoguls, sein Übernahmeangebot für Time Warner zurückzuziehen.

Drei Wochen ist es her, als der 83-jährige die Medienwelt mit seinen Akquisitionsplänen überraschte: Für 80 Milliarden Dollar – teils Cash, teils Aktien – wollte sein Medienimperium 21st Century Fox den US-Rivalen Time Warner übernehmen.

Time Warner war nicht gesprächsbereit

Man kann es eine durchaus großzügige Offerte nennen, die die Time Warner-Aktie um fast 20 Prozent haussieren ließ – von 71 auf eben jene in der Übernahme anvisierten 85 Dollar. Doch Time Warner-CEO Jeff Bewkes als auch der Aufsichtsrat lehnten das Angebot geschlossen ab und waren nicht zu Gesprächen bereit.

Hätte der Veteran der Branche die ablehnende Haltung vorausahnen können? Gut möglich, dass die Übernahmeofferte  nur ein gezielter Bluff war, um den Erzrivalen am Ende entscheidend zu schwächen.

Murdoch besorgt über Kurseinbruch: „Die Marktreaktion bewertet unsere Aktie unter Wert“

Zunächst nämlich geriet Murdochs Fox-Konzern an der Wall Street unter Druck, weil sich Aktionäre Sorgen zu machen schienen, der Medientycoon könnte für die Krönung seines Lebenswerk in einem Anflug von Altersstarrsinn einen zu hohen Preis bezahlen. Die Aktie von Time Warner schoss in die Höhe, Fox ging in den Sinkflug über.

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Murdoch wurde dabei offenkundig zuviel Wert vernichtet, wie er in der Pressemeldung einräumte: „Die Marktreaktion bewertet unsere Aktie unter Wert und macht die Übernahme unattraktiv für Fox-Aktionäre“, teilte Murdoch mit, zog die Offerte zurück und plünderte den Geldspeicher um 6 Milliarden Dollar für Aktienrückkäufe, um seiner Einschätzung Nachdruck zu verleihen.

Nur Bluff? „Murdoch hat Bewkes gerade geballmert“

Das „Financial Engineering“ Murdochs zeigte nach Handelsschluss sofort Wirkung – die Fox-Aktie zog um 7 Prozent an, Time Warner verlor mehr als 10 Prozent an Wert. „Murdoch hat  Bewkes gerade geballmert“, twitterte der Hedgefondsmanager Eric Jackson. Mit anderen Worten: Er hat Time Warner-CEO Jeff Bewkes geschwächt. Genauer: so schwach aussehen lassen wie den glücklosen, früheren Microsoft-CEO.

Während Murdoch für sich beanspruchen kann, die Übernahme versucht zu haben, könnte sich Bewkes von den eigenen Aktionären durchaus den Vorwurf gefallen lassen, nicht wertsteigernd im Sinne des Shareholder Values gehandelt zu haben. Wagt sich Murdoch in einem schwachen Moment Time Warners erneut vor, könnte die Gegenwehr schwächer ausfallen.

Beim Medientycoon Murdoch gilt: Es ist nie vorbei, bis es wirklich vorbei ist…

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