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Springer-Halbjahresbilanz: Wachstum mit Rubriken übertrifft Erwartungen

Mathias Döpfner, CEO Axel Springer
Springer-CEO Mathias Döpfner Foto: dpa

Axel Springer vermeldet bereits nach dem ersten Halbjahr eine positive Jahresbilanz. Umsatz und Ergebnis stiegen in den ersten sechs Monaten um 6,2 bzw. 10,6 Prozent gegenüber Vorjahr. Als Treiber erweisten sich die Rubrikenangebote, bei denen sich das EBITDA um knapp ein Viertel auf 101 Millionen Euro erhöhte. Die Vertriebserlöse des Konzerns fielen allerdings.

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Die an Funke verkauften Zeitungen und Zeitschriften sind raus aus der Bilanz – und Springers Wachstumskurs geht (fast) ungebremst weiter. Für das Gesamtjahr rechnet CEO Mathias Döpfner mit einem Wachstum der Gesamterlöse „im mittleren einstelligen Prozentbereich“. Das EBITDA soll im „niedrigen zweistelligen Prozentbereich“ steigen. Höhere Werbeerlöse und höhere übrige Erlöse sollen die voraussichtlich sinkenden Vertriebserlöse überkompensieren.

Nun ist die Verlagsbranche nicht mehr mit Springer als Konzern deckungsgleich. Springer hat sich einen anderen Kurs verordnet, baut schneller um. Große Regionalverlage wie DuMont, Funke, die Verlagsgruppe Pressedruck in Augsburg oder Madsack setzen stark auf Print. Doch auch wenn Springer also einen anderen Kurs fährt, dürfte auch in Köln, Essen oder Hannover nicht übersehen werden, dass die Vertriebserlöse im Segment Bezahlangebote bei Springer sinken. Die Zahl der digitalen Abonnenten nehme aber „deutlich“ zu, sagte Konzernchef Mathias Döpfner.

Als absoluter Renditetreiber erweisen sich wieder einmal die Rubrikenangebote. Der Umsatz wuchs um 15 Prozent auf 226,6 Millionen Euro. Die EBITDA-Rendite stieg auf exorbitante 44,5 Prozent. Springer ist einer der ganz wenigen Medienkonzerne weltweit, die das alte Geschäftsmodell Rubriken tatsächlich in die digitale Welt übertragen konnten. Springer sei inzwischen im digitalen Rubrikengeschäft größer, als man es je in der Print-Welt war.

Die Bezahlangebote steigerten den Umsatz nur um 2,8 Prozent auf 760,2 Millionen Euro. Wie bereits erwähnt, sanken die Vertriebserlöse in diesem Segment – um 4,4 Prozent auf 364,7 Millionen Euro. Die Werbeerlöse dagegen stiegen um 5 Prozent auf 329,4 Millionen Euro – auch mithilfe einer Bild-Sonderausgabe zur Fußball-WM und einer Steigerung der Werbeerlöse mit digitalen Medien. Das EBITDA wuchs um 6,1 Prozent auf 132,7 Millionen Euro, die EBITDA-Rendite lag bei 17,5 Prozent.

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Das dritte Segment, das die Vermarktungsangebote umfasst, legte beim Umsatz um 9,5 Prozent auf 370,8 Millionen Euro zu. Das EBITDA stieg um 3,8 Prozent auf 55,3 Millionen Euro, die entsprechende Rendite lag bei 14,9 Prozent.

Digital will das gesamte Unternehmen Axel Springer sein – drei Viertel der Anzeigenumsätze sind inzwischen in der digitalen Welt erzielt, sowie zwei Drittel des operativen Gewinns.

Springers Gesamtumsatz im ersten Halbjahr 2014 lag bei 1,436 Milliarden Euro. Das Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (EBITDA) stieg auf 266,1 Millionen Euro. Der bereinigte Konzernüberschuss stieg ebenfalls – auf 138,2 Millionen Euro (die Funke-Einnahme ist hier nicht enthalten!). Bemerkenswert: die Nettoverschuldung sank von 471,3 Millionen auf 104,4 Millionen Euro. Der Erlös durch den Verkauf von Print-Titeln an Funke wurde auch in den Abbau der Nettoverschuldung gesteckt.

Zu den kompletten Springer-Zahlen geht es hier.

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