Anzeige

Google als Internet-Rasterfahnder: Kinderporno-Mail sorgt für Festnahme

Google.jpg

In Amerika wurde ein Mann in Texas wegen des Besitzes und der Verbreitung von Kinderpornografie verhaftet. Den Hinweis auf die Straftat lieferte Google an die Polizei. Der Mann hatte Missbrauchs-Bilder via Google-Dienst Gmail versendet. Der Fall wirft erneut Fragen zum Thema Datenschutz auf.

Anzeige
Anzeige

Google fand im E-Mail-Postfach des 41-jährigen US-Amerikaners kinderpornografische Fotos und verständigte nach Angaben von New York Times das National Center for Missing & Exploited Children, das die Informationen an den zuständigen Kriminalbeamten weitergab. Der Mann wurde daraufhin verhaftet. Bei einer späteren Hausdurchsuchung konnten weitere kinderpornografische Materialien gesichert werden. 1994 war der Mann nach Angaben von Spiegel Online wegen des Verdachts auf sexuellen Missbrauch eines Kindes verurteilt worden.

Dass der Mann gefunden und verhaftet wurde, ist zunächst eine gute Nachricht. Doch wirft der Fall auch wichtige Fragen in der Datenschutz-Debatte auf: Wie wurde Google auf das Verbrechen aufmerksam? Ist Google überhaupt in der Position, nach Straftaten zu fahnden? Und wenn die Suchmaschine auf Kinderpornografie aufmerksam wird, worauf dann noch? Wo liegt die Grenze zur Überwachung?

Laut Spiegel Online ist bislang noch nicht klar, wie Google von den Bildern im E-Mail-Postfach erfuhr und wie diese Informationen dann genau an die Polizei übermittelt wurden – auf eine Anfrage hätte das Unternehmen erklärt, sie würden keine Einzelfälle kommentieren. Vermutlich vor allem, weil man nicht will, dass die Google-Technik von Kriminellen unterwandert wird.

Es ist allerdings bekannt, dass Google seit 2008 mit der sogenannten Hashing-Technologie arbeitet, die bekannte Missbrauchsbilder markiert. Auch Microsoft und Facebook arbeiten mit dieser Technik. Taucht ein markiertes Bild irgendwo im Internet wieder auf, wird automatisch die Polizei verständigt. Doch dass diese Technologie offenbar auch bei privaten E-Mail-Konten greift und somit in die Privatsphäre der Nutzer eingreift, ist tatsächlich eine heikle Situation. Süddeutsche.de fasst die internationale Debatte in einem Satz zusammen, der genau diese Brisanz auf den Punkt bringt: Warum sollte ausgerechnet Google das Recht haben, fremde Mails zu durchsuchen?

Anzeige

In Googles Nutzungsbedingungen ist zu lesen, dass sich das Unternehmen vorbehält, Informationen zu Konten und dem damit verbundenen Content aufzurufen, erhalten oder weiterzugeben, wenn dies „aus rechtlichen Gründen erforderlich ist oder Google sich in gutem Glauben befindet, dass der Zugriff auf diese Information, die Beibehaltung oder Weitergabe notwendig sind.“

Deutsche Anbieter wie Gmx.de und Web.de suchen nach eigenen Angaben nicht aktiv nach Kinderpornografie in E-Mail-Accounts. Es finde lediglich die notwendige Überprüfung auf Viren und Spam statt, so eine Unternehmenssprecherin gegenüber Süddeutsche.de

 

Anzeige

Mehr zum Thema

Anzeige
Anzeige

Dein Kommentar

Deine E-Mailadresse wird nicht veröffentlicht.

*