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Döpfner: Springer will „im englischen Sprachraum größere Rolle spielen“

Springer-CEO Mathias Döpfner
Axel-Springer-CEO Mathias Döpfner

Die Renditen im digitalen Rubrikenanzeigen schießen in den Himmel, doch Springer-CEO Mathias Döpfner beharrt darauf, dass Springer ein Verlag ist, der auch und zuerst mit Journalismus sein Geschäft macht. In einer Telefonkonferenz sagte Döpfner am Dienstag, Springer wolle "im englischen Sprachraum eine größere Rolle spielen". Englisch sei die Lingua franca des Journalismus.

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Ende März hatte Springer die Beteiligung an dem US-Startup Ozy bekannt gegeben. Ozy versteht sich als neuartiges journalistisches Angebot, in dem News und Kultur „smarter“ und „fresher“ als anderswo präsentiert werden. Nachgesagt wurde Springer ein Interesse an der Übernahme der US-Wirtschaftsmarke Forbes. Das Interesse gab es, zugegriffen haben die Berliner dann aber doch nicht.

Aber, glaubt Döpfner, es sei wichtig, dass Springer im englischen Sprachraum mit eigenen journalistischen Angeboten präsent sei. Die journalistische Lingua franca sei Englisch. Anders ausgedrückt: der englische Sprachraum ist schlicht um ein Vielfaches größer als der Heimatmarkt. Es sei darum eine „logische Überlegung“, in diesen Märkten die Chancen „besser zu nutzen“. Vermutlich eher in Nordamerika und Großbritannien als etwa in Australien.

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Was das konkret heißt – unklar. Nur so viel, O-Ton Döpfner: „Größere Zukäufe sind denkbar“. Die aktuell vorgelegten Halbjahreszahlen zeigen, dass der finanzielle Spielraum von Springer in den luftigen Höhen von einer Milliarde Euro und mehr liegt. Natürlich werde Springer keine reine Print-Zeitung (gibt es die noch?) kaufen. Ein Titel, der für Springer infrage käme, müsste entweder bereits eine starke digitale Marke sein oder zu einer solchen werden können. Im Gespräch war beispielsweise einmal die Wiener Kronen-Zeitung – die alles andere als eine starke Digital-Marke ist – aber durch-digitalisiert werden könnte. Freilich gehört die renditestarke Krone anteilig zur Funke Mediengruppe – und ist auch eine deutschsprachige Publikation.

Mathias Döpfner verwies auch auf die Notwendigkeit journalistischer Angebote, eigene Bezahlmodelle im Internet zu entwickeln. Leider werde immer noch zu viel Inhalt im Netz kostenlos angeboten. Auch darum sei der aktuelle Stand von 209.000 digitalen Abonnenten der Bild-Zeitung bzw. von BildPlus ein „spektakulärer Erfolg“.

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