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Zeitungsmarkt München: tz überholt Abendzeitung, SZ legt dank ePaper zu

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Interessante Entwicklungen auf dem Münchner Zeitungsmarkt: So fiel die Abendzeitung schon vor der existenziellen Krise und dem Verkauf hinter den Konkurrenten zu zurück. Marktführer Süddeutsche Zeitung konnte sich im Vergleich zu 2012 in München sogar steigern - nicht zuletzt aber dank der ePaper-Verkäufe. Rasant nach unten ging es hingegen für die Bild.

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Im vierten Teil unserer Serie mit Erkenntnissen aus der neuesten IVW-Verbreitungsanalyse Tageszeitungen kümmern wir uns also um Deutschlands Zeitungsstadt Nummer 1. Nirgends sonst werden auf die Einwohnerzahl umgerechnet so viele Blätter verkauft wie hier. Über 403.000 sind es laut VA 2014, also 29,5 pro 100 Einwohner – oder 38,9 pro 100 Einwohner mit deutscher Staatsbürgerschaft.

Die Nummer 1 unter Münchens Zeitungskäufern heißt weiterhin Süddeutsche Zeitung. 107.781 mal wird sie in der bayerischen Landeshauptstadt werktäglich abgesetzt. Damit verbesserte sich die SZ im Vergleich zu 2012 sogar. Allerdings: In diesem Jahr wurden auch 5.755 verkaufte ePaper mitgerechnet. In der Verbreitungsanalyse 2012 fehlten die ePaper noch, wie viele es in München damals waren – und ob es auch ohne diese ePaper einen Anstieg bei der SZ gegeben hätte – lässt sich daher nicht sagen. Wie auch immer: Selbst mit einem kleinen Minus hätte sich die Süddeutsche in München deutlich besser entwickelt als die meisten anderen Zeitungen in anderen Metropolen.

Ohnehin verfügt München nicht nur über die meisten Zeitungskäufer pro 100 Einwohner – das Minus von 7,1% gegenüber 2012 liegt zudem unter dem Branchen-Durchschnitt. Mit zu dieser Entwicklung beigetragen hat auch die tz. Das Boulevardblatt verlor nur 1,2% ihrer Käufer, zog mit 100.949 Käufern auch an der Abendzeitung vorbei, die ihrerseits 9,4% einbüßte und klar unter die 100.000er-Marke fiel. Wohlgemerkt: Die Zahlen wurden Ende 2013 ermittelt, also noch vor der Krise der Abendzeitung und dem Verkauf. In der nächsten VA 2016 dürfte die Abendzeitung u.a. wegen abgebauter Bordexemplare, sonstiger Verkäufe und einer bereinigten Abokartei deutlich nach unten fallen wie es bei den Gesamt-IVW-Zahlen im zweiten Quartal 2014 schon der Fall war.

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Noch deutlicher als die Abendzeitung büßte die Bild Konsumenten ein. Nur noch 37.045 greifen in München zu Springers Boulevardblatt – ein Minus von 13,9%. Von hinten rückt gleichzeitig der Münchner Merkur näher, der wie die tz nur minimal an verkaufter Auflage verloren hat. Stärker nach unten ging es hingegen für die Überregionalen F.A.Z., Welt und Handelsblatt, sowie vor allem für die Frankfurter Rundschau, die sich nach dem Verkauf zu einem Frankfurter Regionalblatt entwickelt. Die taz, die 2012 in München noch 1.279 Käufer fand, nahm diesmal nicht an der VA teil, sie läge ansonsten wohl auf Platz 9 oder 10.

Die 20 meistverkauften Tageszeitungen in München
verk. Aufl. vs. 2012
Platz Titel 2014 absolut in %
1 Süddeutsche Zeitung 107.781 2.490 2,4
2 TZ 100.949 -1.260 -1,2
3 Abendzeitung 93.093 -9.634 -9,4
4 Bild 37.045 -5.964 -13,9
5 Münchner Merkur 25.984 -167 -0,6
6 Frankfurter Allgemeine Zeitung 14.044 -1.232 -8,1
7 Die Welt / Welt kompakt 13.219 -2.220 -14,4
8 Handelsblatt 8.988 -2.511 -21,8
9 Stuttgarter Zeitung / Stuttgarter Nachrichten 1.124 1.023 1.012,9
10 Passauer Neue Presse Gesamt 286 -1 -0,3
11 Der Tagesspiegel 284 107 60,5
12 RheinMainMedia Gesamt (Frankfurter Rundschau) 182 -241 -57,0
13 Donaukurier [Gesamt] 148 16 12,1
14 Oberbayerisches Volksblatt [Gesamt] 115 -24 -17,3
15 Straubinger Tagblatt / Landshuter Zeitung 111 3 2,8
16 Mittelbayerische Zeitung 86 12 16,2
17 Berliner Zeitung 50 -20 -28,6
18 Neues Deutschland 33 -6 -15,4
19 Leipziger Volkszeitung 24 -2 -7,7
20 Hamburger Morgenpost 14 10 250,0
Quelle: IVW-VA Tageszeitungen 2014 / Tabelle: MEEDIA
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