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„Seit Jahren defizitär“: Lensing will Münstersche Zeitung loswerden

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Im Münsterland rummst es. das Medienhaus Lensing will sein Traditionsblatt Münstersche Zeitung loswerden. Übernehmen soll es die Unternehmensgruppe Aschendorff. Die ist Herausgeber des Konkurrenten Westfälische Nachrichten. Eigentlich ist so eine Fusion nicht erlaubt. Das Kartellamt soll trotzdem zustimmen.

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Lensing und Aschendorff stellen die Übernahme als Sanierungsfusion dar. Also: weil die MZ „seit Jahren defizitär“ sei und an Reichweite verliere, gegen Konkurrent WN keine Chance habe, gebe man sie gleich dem Wettbewerber. Denn ansonsten müsse man sie einstellen. In solchen Fällen ist eine Zustimmung des Kartellamts denkbar, im Sinne der Pressevielfalt.

Man kann sich allerdings gut vorstellen, wie die Vielfalt aussehen könnte. Aschendorff wird die MZ, dürfte sie übernehmen, sicherlich eng mit der eigenen Zeitung verbinden. Ob auch redaktionell – noch unklar.

Die verkaufte Auflage der Münsterschen zeitung liegt bei 19.500 Exemplaren, die der Westfälischen Nachrichten bei 115.800.

2007 entließ der Verlag Lensing übrigens die komplette Lokalredaktion der Münsterschen Zeitung, 18 Redakteure auf einen Schlag. Der Fall sorgte damals für großes Aufsehen.

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In Dortmund, dem Stammsitz von Lensing, ist anscheinend großes Aufräumen angesagt. Gleichzeitig mit dem angepeilten Verkauf der Münsterschen Zeitung gab der Verlag die Schließung zweier Lokalausgaben der Ruhr Nachrichten bekannt. Betroffen sind die Ausgaben in Bochum und Witten. In beiden Fällen seien Auflage wie Marktanteil gegenüber Marktführer WAZ zu gering. In Bochum erreiche die RN nur einen Marktanteil von 7 Prozent.

Die Marktbereinigung bei Regionalzeitungen hält an. Der Trend geht zum Ein-Zeitungs-Kreis. Zeitungen, die in bestimmten Regionen ihres Verbreitungsgebietes nur an zweiter Stelle liegen, schließen dort zunehmend ihre Pforten.

Die Aschendorff-Gruppe profitiert von der Lensing-Entscheidung – sie kaufte bereits vor zwei Jahren Anteile am Bielefelder Westfalen-Blatt. Ob die Übernahme allerdings vom Kartellamt erlaubt wird, ist unklar. Eine Übernahme von Lokalausgaben der WAZ, in diesem fall durch Lensing, wurde gerade abgeblasen, weil das Kartellamt keine Gründe für eine Sanierungsfusion sah.

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