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Der dreiste Facebook-Werbetrick mit Günther Jauch und Spiegel Online

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Bei Facebook läuft es ziemlich gut. Werbeumsätze steigen, Mobilwerbung floriert. Allerdings sind Facebook-Anzeigen nicht immer seriös. Derzeit grassiert im weltgrößten Social-Network ein besonders dreister Werbetrick, bei dem so getan wird, als ob A-Promis in bekannten News-Portalen “Schönheits-Geheimnisse” ausplaudern. In Deutschland werden dafür Günther Jauch und Spiegel Online missbraucht.

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Auf den ersten Blick könnte man die Facebook-Anzeige, die in die persönliche Timeline gespielt wird für seriös halten. Ein großes Foto von Günther Jauch, dazu eine Schlagzeile und ein Anreißer-Text. Unten in der Box steht zu lesen “Spiegel.de – von Spiegel Online, Hamburg, Germany”. Die seltsam ungelenk formulierte Schlagzeile und der Text machen aber stutzig: “Günther enthüllt die WAHRHEIT” – so texten die bei Spiegel Online doch nicht!

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Ein Klick auf den Link führt zu einer Website mit der Domain news.womenhealthreports.com. Die Seite bedient sich allerdings des Seitenkopfs des Spiegel Online Kulturressort, der freilich nur als Bild-Datei eingebunden ist, um dem flüchtigen Betrachter den Eindruck zu vermitteln, man befinde sich bei Spiegel Online.

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Dort ist ein kruder Text zu lesen über das angebliche Schönheits-Geheimnis von Günther Jauch. Zitat: “Man dachte an teures Botox und plastische Chirurgie – doch Günther bemerkenswert jugendliches Aussehen ist in der Tat das Resultat dieses äußerst simplen und erstaunlich preisgünstigen Produktes zur Hautpflege.” Es folgt noch allerlei Unsinn, u.a. ein Foto des US-Schauspielers Tom Cruise, der angeblich dasselbe Anti-Falten-Wundermittel benutzt. Spätestens hier ist klar: Es handelt sich um Werbe-Spam, dreist verkleidet als Artikel von Spiegel Online.

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Die Urheber nutzen die Masche für verschiedene Länder. Die Spam-Anzeige gibt es statt mit Günther Jauch und Spiegel Online für die Spanisch sprechende Welt auch mit der populären spanischen TV-Moderatorin Belén Esteban und dem spanischen Promi-Newsportal One Corazon:

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Der Verteiler der Facebook-Werbung sitzt angeblich in Shanghai, die Webadresse news.womenhealthreports.com ist in anonym in Panama registriert. Neue Medien, alte Werbemaschen.

Update: Ein Facebook-Sprecher nahm gegenüber MEEDIA wie folgt zu den Werbetricks Stellung:

„Bedauerlicher Weise kommt es immer wieder vor, dass Persönlichkeiten des öffentlichen Lebens unwissentlich für Werbezwecke genutzt und das Webseiten gefälscht werden. Im Internet, außerhalb von Facebook, ist das kein neues Phänomen und leider verbreitet. Auf Facebook können wir das in den allermeisten Fällen verhindern. Unsere Prüfsysteme für Werbeanzeigen sind darauf ausgelegt, unsere Richtlinien gegen falsche, irreführende, täuschende oder betrügerische Behauptungen oder Inhalte konsequent durchzusetzen. Auch wenn kein Prüfsystem einhundertprozentig Verstöße auffinden und blockieren kann, so haben wir doch eine Vielzahl von Werkzeugen eingebaut, die extrem effektiv darin sind, unsere Vorgaben durchzusetzen und Wiederholungstäter aufzufinden. Dazu gehört auch die Möglichkeit dubiose Anzeigen ganz einfach über das klein „x“ zu melden, die dann nach einer manuellen Prüfung sofort gelöscht werden.“

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