Bild gegen BamS: Nicolaus Fest schreibt sich mit Anti-Islam-Kommentar ins Abseits

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BamS-Vize Nicolaus Fest, ein nach eigener Aussage "religionsfreundlicher Atheist", hat sich bei Springer vermutlich gerade ins Abseits geschrieben. Der Islam, schrieb Fest am Sonntag, sei "ein Integrationshindernis". Ihn störten u.a. Zwangsheiraten und "Ehrenmorde". Noch am Sonntag antwortete Bild-Chef Kai Diekmann. Wer eine Religion pauschal ablehne, wende sich gegen Milliarden von Menschen.

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„Der Islam stört mich immer mehr. Mich stört die weit überproportionale Kriminalität von Jugendlichen mit muslimischem Hintergrund. Mich stört die totschlagbereite Verachtung des Islam für Frauen und Homosexuelle.“ Auszug aus einem Kommentar von BamS-Vize Nicolaus Fest, der am vergangenen Sonntag erschien.

Noch am selben Tag antwortete Bild-Chef Kai Diekmann mit einem Kommentar, der an diesem Montag in der Bild erscheint: „Keine Pauschalurteile über den Islam“. Darin verweist er auf den Unterschied zwischen der Religion Islam und der Ideologie des Islamismus. Und zitiert dazu auch noch Springer-Chef Mathias Döpfner. Diekmann schließt: „Genau solche Auseinandersetzung entlang religiöser Grenzen wollen wir NICHT. Wir wollen sie nicht führen, nicht befördern und nicht herbeischreiben. Denn sie enden immer verheerend – das hat die Geschichte oft genug gezeigt!“

Den Fest-Kommentar selber nennt oder zitiert Diekmann in seinem Stück explizit nicht. Das tut dann der Bundestagsabgeordnete Özcan Mutlu (Grüne), der auf Wunsch von Diekmann ebenfalls am Montag in Bild Stellung nimmt: „Ein Kommentar, der mit gleichen Worten über Juden oder andere Religionsgemeinschaften gehetzt hätte, wäre für BILD nicht tragbar gewesen. Da bin ich mir sicher.“

BamS-Chefin Marion Horn stellte sich am Sonntagabend auf die Seite Diekmanns und twitterte, die BamS habe „Gefühle verletzt“:

Fests Kommentar wird vermutlich keine unmittelbaren Folgen für ihn haben, dürfte ihn aber intern nachhaltig beschädigen. Fest selber schien am Sonntag vormittag noch zu jubilieren, als erste kritische Reaktionen auf seinen Kommentar laut wurden:

Am Abend stellte er ebenfalls via Twitter die Frage, ob es denn eine Grenze zwischen Islam und Islamismus gebe. Zu diesem Zeitpunkt dürfte für ihn längst klar geworden sein, dass Diekmann seinen Kommentar nicht nur einfach beantwortet hat, sondern dies in einer quasi-offiziösen Art und Weise (Döpfner-Zitat!) getan hat, die in der Form an eine Pressemitteilung des Konzerns erinnert.

Fest ist der Sohn des ehemaligen FAZ-Herausgebers Joachim Fest. Bei Stefan Niggemeier ist nachzulesen, wie sich Fest seit einigen Jahren als Hardliner-Journalist zu profilieren versucht.

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