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Plumpe Brief-Fälschung: Springer und die Mär von bezahlten Anti-Russland-Bloggern

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Seit dem gestrigen Donnerstag geistert ein Brief durch das Social-Web, der belegen soll, dass die Axel Springer SE 642 Blogger dafür bezahlt, im Netz Anti-Russische-Propaganda zu betreiben. Das Schreiben ist eine plumpe Fälschung, bei der noch nicht einmal die Telefonnummer im Briefkopf richtig ist. Trotzdem wird der Brief mit dem vermeintlichen Eingeständnis noch immer kräftig geteilt.

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Der Fake-Brief ist an den Landtag von Mecklenburg-Vorpommern adressiert und mit einem „Vertraulich“-Stempel versehen. Warum der Verlag gerade an die Politiker in Schwerin zu diesem Thema schreiben sollte ist völlig unklar.

In dem Schreiben erklärt der Verlag, dass man zum „aktuellen Zeitpunkt 642 Blogger“, im „Dienstverhältnis einer geringfügigen Beschäftigung“ einsetze.

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Zu den vermeintlichen Zielen der Aktion heißt es: „Als Gegenpol zur russischen Propaganda sollen die Blogger bestimmt prorussische Gruppierungen zersetzen, unterwandern und mit Fehlinformationen beliefern“. Damit verweist die Fälschung auf eine Technik, mit der bislang Russland in Verbindung gebracht wurde. Entsprechende Berichte waren unter anderem in der Zeit oder auch in der Süddeutschen Zeitung erschienen.

Gegenüber der Rheinzeitung erklärte Axel Springer noch einmal klipp und klar, nichts mit dem Fake-Brief zu tun zu haben. Kommentar von Verlagssprecher Tobias Fröhlich: „Das ist so absurd, damit kann man sich nicht ernsthaft auseinandersetzen.“ Wer der Urheber der Fälschung ist, ist nicht bekannt.

Trotzdem scheint das Schreiben die Vorurteile oder Meinungen bestimmter Kreise bestens zu bedienen bzw. zu bestätigen. Der Brief-Fake findet sich gleich auf mehreren Web-Portalen, die rechtem Gedankengut nahe zu stehen scheinen. Und der Fake wird noch immer kräftig geteilt – ohne Hinweis, dass es sich dabei um eine Fälschung handelt.

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