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Minus 126 Mio. Dollar: Amazon wettet mit tiefroter Bilanz auf Tech-Zukunft

Amazon-Gründer Jeff Bezos
Amazon-Gründer Jeff Bezos

Diesmal hat Jeff Bezos den Bogen wohl überspannt. Bislang sah der Pakt, den der Amazon-Boss mit seinen Anlegern geschlossen hatte, so aus: Der Web-Gigant geht voll auf die Zukunft und eine Erweiterung der Markanteile und verzichtet dafür auf die Gewinne der Gegenwart. Nach der Bilanz für das abgelaufene Quartal straft die Börse Amazon ab. Immerhin ist das aktuelle Zahlenwerk tiefrot.

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Die Verluste:
Das Minus lag im zweiten Quartal bei 126 Millionen Dollar (94 Millionen Euro). Vor zwölf Monaten betrug der Verlust noch nur sieben Millionen Dollar. Für das laufende Quartal rechnet das Management sogar mit einem operativen Verlust von bis zu 810 Millionen Dollar. Heißt: Zusammengerechnet könnte das Minus sogar die Schwelle von einer Milliarde überschreiten.

Die Gründe für die Verluste:
Das Minus basiert nicht auf einem Rückgang der Einnahmen, sondern auf gesteigerten Investitionen in Service und Produkte. So erklärte Bezos: „Wir arbeiten hart daran, das Einkaufserlebnis bei Amazon stetig zu verbessern“. So führte Amazon in einigen Städten der USA gerade eine Sonntagsauslieferung ein, dringt massiv in den Lebensmittelmarkt vor, streitet mit Buch-Verlagen und –Autoren und entwickelte ein eigenes Smartphone. Bester Beleg für die expansive Vorgehensweise des Managements ist die Entwicklung der Mitarbeiterzahlen. Diese wuchsen weltweit innerhalb eines Jahres um 35.600 auf nun 132.600.
Tatsächlich ist es wohl unmöglich, eine genau Aussage über die größten Kostenfaktoren im Amazon-Imperium zu treffen, weil die US-Amerikaner dazu keine Aussagen machen. So spekuliert die Süddeutsche Zeitung, dass auch das Cloud-Geschäft viel Geld gekostet haben könnte.

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Der Umsatz:
Tatsächlich wächst das Tech-Unternehmen noch immer rasant. So kletterte der Quartalsumsatz um 23 Prozent auf 19,3 Milliarden Dollar.

Wie reagierte die Börse?
Die Aktie rutschte nach Bekanntwerden der Zahlen am Donnerstag nachbörslich um annähernd 10 Prozent ab.

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