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Bundeskartellamt wollte Übernahme untersagen: Lensing verzichtet auf Funke-Zeitungen

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Das Medienhaus Lensing wird nicht wie angekündigt sieben Lokalausgaben der Funke-Zeitungen Westdeutsche Allgemeine Zeitung (WAZ) und Westfälische Rundschau (WR) im Raum Dortmund übernehmen. Das hat das Bundeskartellamt am Freitag bekannt gegeben. Die Aufsichtsbehörde hatte den Verlagen zuvor angekündigt, die Übernahme zu untersagen.

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In der Begründung heißt es, das Lensing-Blatt Ruhr-Nachrichten sei im Raum Dortmund die einzige Konkurrenz der Funke-Blätter. Der Zusammenschluss führe zu einer Monopolstellung in den regionalen Märkten. „Der Gesetzgeber stellt den Wettbewerb auch auf regionalen Pressemärkten zu Recht unter einen besonderen Schutz“, heißt es aus Bonn. 

Wir haben zwar eine sogenannte Sanierungsfusion geprüft, aber im Ergebnis verneint“, so Bundeskartellamtspräsident Andreas Mundt. Auf die Sanierungsfusion hatten sich Lensing und Funke berufen. Diese würde ein Monopol erlauben, wenn dem Zielunternehmen eine Insolvenz bevorstünde, die Marktposition bei seinem Ausscheiden ohnehin dem Erwerber zufallen würde und auch kein alternativer Erwerber existiere.

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Aus Sicht der Wettbewerbshüter seien diese Möglichkeiten aber unwahrscheinlich. Die sieben Lokalausgaben gehörten zu einem „Paket der rund 80 NRW-Ausgaben“ aus dem Hause Funke. Insgesamt sei diese Zeitungskette der vier Schwestertitel WR, WAZ, Westfalenpost und Neue Ruhr Zeitung profitabel. „Diese Ausgaben werden bei Funke mit einem sehr hohen Integrationsgrad hergestellt und vertrieben, so dass eine Sanierungsbedürftigkeit von einzelnen Ausgaben nicht angenommen werden kann“, so das Bundeskartellamt. 

Funke hatte noch während der Übernahmeprüfung der Springer-Blätter im Oktober vergangenen Jahres angekündigt, seine Titel aus dem Raum Dortmund an Lensing verkaufen zu wollen. Bereits seit Beginn 2013 bestückt Lensing die Westfälische Rundschau mit lokalen Inhalten. Wie Funke nun mit seinen Titeln umgehen will, ist unklar. Gegenüber MEEDIA teilte der Verlag mit, bereits alternative Konzepte zu haben.

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