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Gute Zahlen, schlechte Zahlen: Was Sie über die Apple- und Microsoft-Bilanz wissen müssen

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Apple und Microsoft legen ihre Quartalszahlen vor. Der Unterschied könnte teilweise kaum größer sein: Apple verkaufte zwischen April und Juni 35,2 Millionen iPhones, während Microsoft von seinen Nokia-Lumia-Geräten lediglich 5,8 Millionen Stück absetzten konnte. Trotz dieser herben Unterschiede, haben beide Bilanzen sowohl Licht als auch Schatten. Wir fassen zusammen, was Sie wirklich über die Zahlen wissen müssen.

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Der Umsatz:
Das Microsoft-Problem der Stunde heißt Nokia. Denn eigentlich ist die Bilanz gar nicht so schlecht. Der Konzernumsatz des Software-Experten kletterte insgesamt um 3,5 Milliarden Dollar auf 23,4 Milliarden Dollar. Nokia steuerte jedoch nur 2,0 Milliarden Dollar bei. Auch der Umsatz beim iKonzern stieg. Diesmal um sechs Prozent auf 37,4 Milliarden Dollar.

Der Gewinn:
Microsoft erwirtschaftete einen Überschuss von 4,6 Milliarden Dollar. Im Vergleich zum Vorjahr bedeutet dies ein Minus von sieben Prozent. Apple dagegen schaffte ein Plus von 7,7 Milliarden Dollar. Das entspricht einem Zuwachs von 12,3 Prozent gegenüber dem Vorjahr.

Das Handy-Geschäft:
Die neue Nokia-Sparte von Microsoft häufte von April bis Juni einen operativen Verlust von 692 Millionen Dollar (512 Mio Euro) an. Das iPhone ist noch immer die mächtigste Lok im Apple-Arsenal. Insgesamt konnte das Unternehmen aus Cupertino 13 Prozent mehr iPhones verkaufen. Zusammengerechnet sind das 35,2 Millionen Geräte. Vor allem in Märkten wie Indien und China zog der Absatz kräftig an. Allein in China sind die iPhone-Verkäufe dem Konzern zufolge um 48 Prozent gestiegen. Der Konkurrent aus Redmond setzte in den vergangenen neun Wochen vom Nokia-Flaggschiff Lumia lediglich 5,8 Millionen Stück ab.

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Strategie: So reagieren die Unternehmen
Bereits vor der Veröffentlichung der Zahlen kündigte Microsoft ein massives Sparprogramm an. Bei Nokia fallen 18.000 aller 25.000 Jobs weg. Für das ehemalige finnische Unternehmen ist es der größte Job-Kahlschlag der Firmengeschichte. Innerhalb der kommenden zwei Jahre soll Nokia wieder in die Gewinnzone kommen. Nadella richtet seine Company künftig stärker aufs Cloud-Computing aus. Dieses Geschäft verdoppelte sich zuletzt.
Apple dagegen schweigt. In einer Telefonkonferenz mit Analysten gab sich Konzernchef Tim Cook größte Mühe, nichts Interessantes zu sagen. Es gelang ihm. Trotzdem warten Konsumenten und Banker gespannt auf das neuen iPhone 6, das im Herbst kommen wird.

Sorgenkinder:
Bei Apple ist es das iPad. Der Verkauf der Mutter aller Tablets brach im Vergleich zum Vorquartal um fast ein Fünftel ein. Zieht man einen Vergleich zum Vorjahr fiel der Absatz um neun Prozent. Insgesamt reichte es im abgeschlossenen Quartal für 13,3 Millionen Geräte.
Beim Konkurrenten aus Redmond fällt eindeutig Nokia in die Sorgenkind- Kategorie. Wobei sich der Konzern auch beim Surface-Tablet noch immer schwer tut.

So reagieren die Analysten:
„Die Nokia-Kostenprognose ist deutlich besser als befürchtet“, zitiert Handelsblatt.com Daniel Ives von FBR Capital Markets. „Zwar ist noch einiges zu tun, aber es sieht so aus, als ob für Microsoft nach einem Jahrzehnt der Schmerzen und Enttäuschungen wieder rosigere Zeiten anbrechen.“
Apple blieb mit seiner Umsatzprognose von 37 bis 40 Milliarden Dollar für das angebrochene Quartal hinter den Erwartungen der Börsianer. Die Aktie gab nachbörslich zunächst um etwa ein Prozent nach. Lakonischer Kommentar von Handelsblatt-Herausgeber Gabor Steingart in seinem Morningbriefing dazu: „Das hat nichts mit Apple zu tun, sondern mit dem Charakter vieler Analysten. Ihr Wappentier ist die Raupe Nimmersatt“.

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