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Mozart statt Böhse Onkelz: ZDF frisierte bereits 2007 „Unsere Besten“-Abstimmungen

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Der Skandal um die gefälschten Votings beim ZDF hat eine Vorgeschichte. Wie der Tagesspiegel berichtet, war die Ranking-Manipulation nicht der erste Fall einer Mauschelei bei den "Besten" im ZDF. Bereits 2007 berechnete der öffentlich-rechtliche Sender eine Zuschauerabstimmung neu.

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Die umstrittene Band „Böhse Onkelz“ auf der ZDF-Bühne? Auf keinen Fall! Da werden lieber Abstimmungsergebnisse frisiert. 2007 rief der Sender – wie auch in diesem Jahr – zum Zuschauervoting für die damalige Show „Unsere Besten – Musikstars aller Zeiten“ auf. Das Verfahren war vergleichbar mit der 2014er-Version: Aus einer Vorschlagsliste konnte das Publikum auswählen – jedoch zusätzlich auch weitere Vorschläge machen. Wie der Tagesspiegel berichtet, ließen sich die Fans der Rockband diese Gelegenheit nicht entgehen und wählten die Onkelz auf Platz 1 des Rankings.

Dies wollte das ZDF unbedingt verhindern und wertete die Abstimmungen einfach neu aus, anstatt das Ergebnis öffentlich zu thematisieren. Der ZDF-Sprecher Alexander Stock bestätigte diesen Sachverhalt jetzt gegenüber dem Tagesspiegel: „Die früheren Shows stützen sich nicht auf repräsentative Umfragen, sondern auf Online-, Post- und Telefonbefragungen. Dabei wurde darauf geachtet, dass offensichtliche Blockvotings etwa von Fangruppen herausgefiltert wurden. Das betraf auch die genannte Band in der Musiksendung.“

Statt auf Platz 1 landeten die Onkelz so auf Platz 25 – das Siegertreppchen teilten sich Wolfgang Amadeus Mozart, Herbert Grönemeyer und Udo Jürgens.

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Dass der öffentlich-rechtliche Sender bereits vor sieben Jahren Abstimmungsergebnisse verfälschte beziehungsweise im Nachhinein die Regeln änderte, wirft angesichts des aktuellen Skandals und der öffentlichen Entschuldigung von Programmdirektor Norbert Himmler die Frage auf: Wird in Mainz regelmäßig bei vermeintlichen Publikumswahlen manipuliert? Und: wer weiß davon?

Zurzeit wird der aktuelle Fall intern geprüft, Norbert Himmler kündigte bereits „arbeitsrechtliche Konsequenzen“ an. In der Kritik steht u.a. Unterhaltungschef Oliver Fuchs.

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