USA Today: Mit dem Social Media Tuesday zu mehr Lesernähe

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Nach dem Follower Friday gibt es jetzt zumindest für die Redakteure von USA Today einen weiteren Tag, an dem besondere Facebook- und Twitter-Skills gefragt sind: den "Social Media Tuesday". Die Redakteure der amerikanischen Tageszeitung verbreiten ab sofort jeden Dienstag ihre Artikel selber über soziale Netzwerke. Ziel: Eine größere Nähe zum Leser.

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Wie die New York Times berichtete, verkündete Larry Kramer, Herausgeber der USA Today, dass ab sofort einmal in der Woche alle Beiträge der Tageszeitung von den Journalisten selber im Social Web veröffentlicht und beworben werden – dabei tun sie so, als gäbe es keine anderen Distributionsmöglichkeiten als Kanäle wie Facebook, Twitter und Reddit. Die Print-Redakteure sollen so die Mechanismen des Social Web und die veränderten Lesegewohnheiten (noch) besser verstehen und ihre eigenen Arbeiten selbst vermarkten. Außerdem erleben sie so das direkte Feedback ihres Publikums.

Auch die Printbranche in den USA hat mit sinkenden Auflagen und schwindenden Anzeigenerlösen zu kämpfen, der 64-jährige Larry Kramer sucht nun nach Wegen und Möglichkeiten, online Gewinn zu machen. Die USA Today gehört zur Verlagsgruppe Gannett, die bereits bei einigen anderen Webauftritten ihrer Lokalblätter mit Paywalls arbeitet. Bei der USA Today ist allerdings noch nicht entschieden, ob die Leser zukünftig auch dort für Inhalte zahlen müssen. Zunächst einmal will Kramer die digitale Leserschaft vergrößern. Den ersten Schritt in diese Richtung sieht er in der Steigerung der Online-Kompetenz seiner Redakteure. So finden im Newsroom der Zeitung zum Beispiel zusätzlich zum Social Media Tuesday regelmäßig Wettbewerbe statt wie „Wer schreibt die beste virale Überschrift?“ oder „Wer holt sich die meisten Twitter-Follower in einer bestimmten Zeit?“

Das Engagement der Tageszeitung, um das Umdenken ihrer Redakteure in Richtung Online zu fördern, ist vorbildlich. Die Frage bleibt jedoch, wie wirksam diese Initiativen sein werden. Genauso interessant ist die Frage, ob ein solcher SMT (Social Media Tuesday) auch für deutsche Tageszeitung in Frage käme.

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