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Nach Wallraff-Doku: Fristlose Kündigung des Pflegedienstes bleibt wirksam

Die Enthüllungsdoku des „Team Wallraff“ über deutsche Pflegedienste zeigt Wirkung
Die Enthüllungsdoku des "Team Wallraff" über deutsche Pflegedienste zeigt Wirkung

Das Berliner Sozialgericht hat die Klage eines Pflegedienstes zurückgewiesen, nachdem der Berliner Sozialsenat diesen fristlos gekündigt hatte. Grund für die Vertragsauflösung war eine RTL-Doku des Enthüllungsreporters Günter Wallraff, in der dem Unternehmen betrügerische Praktiken nachgewiesen wurden.

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Der Schöneberger Pflegedienst hatte gegen die Verwaltung des Berliner Sozialsenats eine Klage auf Eilrechtsschutz eingereicht, nachdem diese dem Unternehmen fristlos gekündigt hatte. Wie die FAZ berichtet, habe die Firma sich als „Opfer tendenziöser Berichterstattung“ gesehen. Das Gericht betrachte die Vorwürfe in diesem Fall jedoch als ungewohnt gut dokumentiert und erkenne die fristlose Kündigung damit als verhältnismäßig an.

In der RTL-Doku „Das Pflegeheimdilemma: Am Ende ohne Würde“ gab sich Wallraff als russischer Rentner Waldemar B. aus und deckte unter anderem auf, wie Millionen von Euro für ambulante Pflege auf den Konten betrügerischer Pflegedienste versickern. Dabei schulte die Berliner Pflegefirma „An der Urania“ den „Rentner Waldemar“ und seine angebliche Tochter (Reporterin Pia Osterhaus), systematisch Bedürftigkeit vorzutäuschen, um insgesamt rund 1.600 Euro monatliche Pflegekosten abzugreifen. 25 Prozent davon sollte der mitwirkende Kunde, in diesem Fall Wallraff, bekommen.

Neben dem betrügerischen System von Pflegediensten dokumentierten Wallraff und Osterhaus in der Doku Missstände in einem Betrieb der Münchenstift GmbH sowie in einem Berliner Heim der Marseille-Kliniken AG.

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Der Beschluss des Berliner Sozialgerichts ist eine weitere Erfolgsmeldung für den Enthüllungsjournalismus nach Wallraff-Art. Erst im April dieses Jahres hatte der Investigativ-Reporter in seiner RTL-Doku-Reihe „Team-Wallraff“ der Fast-Food-Kette Burger King erhebliche Hygienemängel nachgewiesen. In Folge der massiven Kritik musste der verantwortliche Franchisenehmer Ergün Yildiz aufhören und mehrere Filialen seiner Yi-Ko-Holding vorübergehend geschlossen werden. Burger King reagierte auf den Skandal zudem mit einer öffentlichen Entschuldigung.

 

 

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