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Es geht auch peinlich: WM-Jubel mit Nikes Welteroberungs-Phantasien

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Sich einfach nur freuen - ganz schön schwierig

Deutschland jubelt über den WM-Titel. Im Überschwang geraten dabei manchmal die Koordinaten des guten Geschmacks durcheinander. Welteroberungsphantasien und Peinlich-Pathos statt Fingerspitzengefühl. Sich einfach zu freuen - ist manchmal nicht so einfach.

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Ok, im Überschwang stehen Zurückhaltung und Zwischentöne nicht so hoch im Kurs. Trotzdem darf zwischen Jubel und Veröffentlichung von Jubel-Tweets/Werbebotschaften/Artikeln auch mal reflektiert werden. Schlimm wird’s allerdings da, wo sich Jubel-Kreativität tatsächlich nicht im Reflex, sondern im kalkulierten Rausch ihre Bahn bricht.


„Zweifel haben die Welt noch nie erobert“ – ja, bei Nike waren vermutlich Historiker am Werk, als diese Zeile getextet wurde.

 

bz gedicht
Apropos Historiker. „Deutschland erwacht. Der Rausch von Rio war kein Traum. Wir sind Weltmeister.“ Kann man alles machen. Auch ohne Hintergedanken. Die Deutschen wachen nach einer durchfeierten Nacht auf. So ist’s gemeint. Aber: „Deutschland erwacht“ ist nun mal auch ein NSDAP-Film von 1933. Sollte man sich eigentlich dran erinnern. Und dann irgendwas anderes schreiben.

 

Heute auf Focus Online, demnächst vermutlich im Kino.

 

Das Beste an diesem von DDB-Kreativchef Amir Kassaei hurtig getexteten Plakat ist die Idee mit der Spende für „Ein Herz für Kinder“ und die DFB-Nachwuchsförderung. Und ja, wir wissen, dass die pseudo-pathetische Zeile ein Remake einer Hommage an Günter Netzer ist („Gott muss Borussen-Fan sein“). Das macht’s nicht besser.

 

Aus der Abteilung „Trittbrettfahrer“ von Procter&Gamble Deutschland (Slogan: „Nur bewährte Qualität wird Legende“ mit Testimonial Sepp Maier). „Wir waren elf Freunde. Jetzt sind wir Legende“. Puh. da waren übrigens noch ein paar mehr Spieler im Kader.

 


Bonus-Track: Bereits vor dem Turnier beschloss Frau Ferres, dass die Formulierung „Argentinien zureiten“ eine gute Wortwahl ist. Kategorie: very strange.

 

Die Washington Post berichtete am Montag über den deutschen Patriotismus nach dem Gewinn der Fußball-WM.

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