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Die Anti-Hitliste der Bücher, die am wenigsten zu Ende gelesen werden

Thomas Piketty? Gähn!
Thomas Piketty? Gähn!

Bestseller-Listen gibt es viele. Aber wieviele der gut verkauften Bücher und E-Books werden tatsächlich gelesen? Der Mathematiker Jordan Ellenberg hat für das Wall Street Journal eine Liste mit Büchern zusammengestellt, die am häufigsten nicht zu Ende gelesen werden. Er bedient sich dabei der Hitliste der populärsten Highlights bei Amazons Kindle E-Books. Das Ergebnis ist vor allem für populäre Sachbücher ernüchternd.

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Auf Platz 1 der am wenigsten gelesenen Bestseller landet nämlich „Das Kapital im 21. Jahrhundert“, das vor allem in den Medien stark gehypte Buch von Thomas Piketty. Laut Ellenbergs Analyse im Wall Street Journal wurde das wirtschaftstheoretische Werk nur von 2,4% zu Ende gelesen.

Ganz schön bitter. Aber wie kommt der Mathematiker auf diese Zahl? Amazon veröffentlicht für seine Kindle E-Books jeweils die fünf populärsten Unterstreichungen. Nun stellte Ellenberg die Hypothese auf, dass wenn ein Buch zu Ende gelesen wird, die populärsten Unterstreichen im Schnitt über die gesamte Seitenzahl verteilt sein sollten. Findet sich die letzte populäre Unterstreichung aber wie bei dem Buch von Thomas Piketty auf Seite 26, obwohl das Buch über 700 Seiten hat, so ist wahrscheinlich, dass viele es nicht zu Ende gelesen haben.

Ellenberg errechnete mit dieser Hypthese den von ihm so genannten Hawking-Index: Er nimmt die Seitenzahlen der Top-5-Unterstreichungen und bildet daraus den Mittelwert. Dann teilt er diesen durch die Gesamt-Seitenzahl des Buches. Je höher die Zahl, desto wahrscheinlicher sei es, dass das Buch zu Ende gelesen wurde. Ellenberg gibt selbst zu, dass die Methode keine wissenschaftlichen Standards erfüllt und eher grob gestrickt ist. Interessant ist sie trotzdem. Warum nennt er seine Zahl den Hawking-Index? Weil das Buch „Eine kurze Geschichte der Zeit“ des Astrophysikers Stephen Hawking gemeinhin als der am wenigsten gelesene Bestseller aller Zeiten gilt.

Und tatsächlich landet „Eine kurze Geschichte der Zeit“ mit 6,6% auf Rang 2 der am wenigsten gelesenen Bestseller. Weitere Platzierungen sind:

„Schnelles Denken, langsames Denken“ von Daniel Kahnemann (6,8%)

„Lean In: Women, Work, and the Will to Lead“ von Sheryl Sandberg (12,3%)

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„Flash Boys: Revolte an der Wall Street“ Michael Lewis (21,7%)

„Shades of Grey“ von E. L. James (25,9%)

„Der große Gatsby“ von F. Scott Fitzgerald (28,3 %)

„Die Tribute von Panem: Gefährliche Liebe“ von Suzanne Collins (43,4%)

Besonders gut abgeschnitten hat interessanterweise der mit dem Pulitzer-Preis ausgezeichnete 1.000-Seiten-Wälzer „Der Distelfink“ von Donna Tartt. Laut Ellenberg-Methode haben  98,5% das Buch komplett gelesen. Da sage noch einer, die Leute scheuen schwere Kost …

(via)

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