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Der bankrotte Barkeeper: Russen-TV fällt auf Postillon-Witz herein

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Ein Barkeeper verspricht Freischnäpse für jedes Tor der Deutschen im Spiel gegen Brasilien und ist jetzt bankrott. Diese Geschichte ist offensichtlich zu gut, um sie zu überprüfen: Das russische Staatsfernsehen berichtete in einer Nachrichtensendung über den armen Kneipenwirt. Doch leider stammt die Meldung von dem Satire-Magazin Der Postillon.

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„Kneipenwirt, der für jedes deutsche Tor einen Schnaps versprochen hat, pleite“, titelte Der Postillon am Tag nach dem 7:1-Sieg von Deutschland gegen Brasilien. Alexander P. habe für jedes Tor der deutschen Nationalmannschaft eine Lokalrunde Ouzo versprochen, bei sieben Toren hätte er insgesamt 1.400 Gratis-Schnäpse ausschenken müssen und sei nun bankrott.

Diese Meldung des Satire-Magazins wurde auf Facebook über 10.000 mal geteilt – bis sie irgendwann Russland erreichte. Was für eine Wahnsinns-Geschichte, muss sich die Redaktion des Staatssenders Rossija 24 gedacht haben und berichtete über den bankrotten Barkeeper, ohne die Meldung zu prüfen. Jedes Warnsignal – wie die reichlich überzogenen Aussagen, 62 Gäste wären mit einer Alkoholvergiftung im Krankenhaus gelandet und der Kneipenwirt habe sich beim Ausschenken einen Sehnenscheidenentzündung vom Ausschenken zugezogen – wurde übersehen.

Doch nicht nur Rossija 24 ist auf die Meldung reingefallen. Der Postillon spricht auf seiner Facebook-Seite von mittlerweile neun osteuropäischen Medien, die die Meldung weiter verbreitet haben:

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Immer wieder schafft es Der Postillon, ahnungslose Leser und Medien hinters Licht zu führen. Das Magazin selber veröffentlicht auf seiner Facebook-Seite regelmäßig ‚Feedback‘ von Lesern zu den Witz-Artikeln:

Und auch deutsche Medien werden nach wie vor regelmäßig ‚Opfer‘ der Satire-Webseite. Zuletzt verbreitete 2013 der Radiosender Energy Nürnberg die Fake-Meldung „Rekord: Sportwagenfahrer schafft Blitz-Marathon (42x geblitzt werden) in unter zwei Stunden.“

Via Kscheib.de

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