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Cynk Technology: Das 1-Mann-Startup, das auf einmal 6 Milliarden Dollar wert war

Für 50 Dollar verkauft Cynk Technology einen Kontakt zu Leonardo DiCaprio
Für 50 Dollar verkauft Cynk Technology einen Kontakt zu Leonardo DiCaprio

Börsenwahnsinn in noch größerem Ausmaß als 1999: Das Ein-Mann-Start-up Cynk Technology, von dem bis vor wenigen Tagen noch niemand gehört hat, ist plötzlich vier Milliarden Dollar wert - in der Spitze waren es gestern sogar sechs. Dabei war Cynk, das die kaum genutzte Webseite Introbiz betreibt, vor wenigen Wochen noch ein Pennystock. Ein Lehrstück über ein Pyramidenspiel 2.0

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Es ist der Stoff, aus dem  Hollywood-Blockbuster sind: „The Wolf of Wall Street“ erzählt ihn mit Leonardo DiCaprio so eindringlich, dass auch dem letzten Zuschauer, der noch nie etwas mit der Börse zu tun hatte, das Spiel mit Pennystocks versteht. Die Aktien werden für wenige Cents gehandelt und versprechen gigantisches Kurspotenzial, weil man vermeintlich vor der Meute investiert hätte.

Was Börsenbriefschrieber oder windige Aktienhändler seit Jahrzehnten praktizieren, hat sich nun in der Internet-Ära wiederholt – und das in Ausmaßen, die alles übersteigen. Ein Start-up namens Cynk Technology, das über einen einzigen Angestellten, Marlon Sanchez, aber keine Umsätze verfügt und im vergangenen Jahr Verluste von 1,5 Millionen Dollar angehäuft hat, war gestern kurzfristig 6 Milliarden Dollar wert. Kein Tippfehler: Milliarden – nicht Millionen.

Von 10 Cents auf 22 Dollar in 3 Wochen

Wie es dazu kommen konnte, dokumentiert ein Blick auf den Kursverlauf der CYNC-Aktie, die außerbörslich am Handelsplatz OTC Markets den Besitzer wechselt: Mitte Juni notierte das Papier noch bei 10 Cents, gestern waren es in der Spitze 22 Dollar, ehe die Aktie bei 14 Dollar aus Handel ging.

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Es ist das klassische Pyramidenspiel: Käufer treiben den Kurs der Aktie explosionsartig nach oben und locken damit neue Käufer an, die einen Kursausbruch wittern und weiter zukaufen, was den nächsten Ausbruch nach oben befeuert, der wieder neue Käufer anlockt. In anderen Worten: Es geht gut, bis es schief geht.

Cnyc-Social Network Introbiz: Zugang zu Star-Infos für 50 Dollar

Dass es eher nicht lange gutgehen kann, legte ein Blick auf die Webseite nahe, die Cynk betreibt: Introbiz.com heißt sie und will „The Social Marktplace“ sein. Was dort verkauft wird, klingt abenteuerlich: Zugang zu einem „Black Book“, das Kontakte zu Promis wie Angelina Jolie, Scarlett Johannson und – tatsächlich  – auch Leonardo DiCaprio herstellen soll – für 50 Dollar pro Star.

„Die Informationen enthalten die Email-Adresse, Telefonnummer und den Agenten der Künstler“, verspricht Introbiz.com. Wie man nach dem Besuch die Cync-Aktie kaufen kann, ist zwar nicht nachzuvollziehen, doch dasselbe kann man Bitcoin- oder Tulpenzwiebel-Käufern vor 400 Jahren nachsagen. Nicht der unerkannte Wert ist oft genug die Triebfeder des Investments, sondern die Lust am Zock.

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