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WM-Analyse: 3sat, sixx und arte litten am wenigsten

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Wenn WM-Fußball läuft, haben die anderen TV-Sender nichts zu melden. ARD und ZDF verzeichnen gigantische Marktanteile, die Konkurrenz bricht ein. Doch ist das bei allen Sendern so? Oder konnten sich auch welche gegen die WM-Euphorie behaupten? MEEDIA hat die Marktanteile der vier WM-Wochen mit denen der vier Vor-WM-Wochen verglichen.

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Vorweg die gigantischen Zahlen des Ersten und des ZDF. In den vier Wochen vor Start der WM, dem Zeitraum vom 15. Mai bis 11. Juni also, erreichte das ZDF als Marktführer 12,2%, Das Erste kam dahinter auf 11,9%. Die vier Wochen vom Start der WM am 12. Juni bis zum Ende der Halbfinals am 9. Juli bescherten dem Duo 20,2% (ZDF) und 19,3% (Das Erste). Das ZDF steigerte seinen Marktanteil damit um 66,5%, Das Erste seinen um 62,3%. Ein um zwei Drittel größerer Marktanteil: ein erstaunlicher Beweis dafür, wie sehr ein paar Fußballspiele die Quoten eines gesamten vierwöchigen Zeitraums beeinflussen.

Sämtliche anderen von der GfK ausgewiesenen Free-TV-Sender blieben in den vier WM-Wochen unter den Zahlen der vier Vor-WM-Wochen. Keiner konnte sich steigern. Interessant: Am nächsten dran blieb 3sat. Mit 1,1% im WM-Zeitraum und 1,1% in den vier Wochen davor blieb der Sender offiziell auf gleichem Niveau, rechnet man die weiteren Nachkommastellen mit ein, die offiziell nicht ausgewiesen werden, die wir in unsere Rechnung wegen besserer Vergleichbarkeit aber mit einbezogen haben, ergibt sich von 1,14 % auf 1,10 % ein minimales Minus von 3,6%. Erfolgreich war 3sat u.a. mit einigen Prime-Time-Filmen.

Deutlich weniger als die Masse der Sender haben auch sixx, arte und Phoenix verloren. Ihr Marktanteils-Minus beträgt während der WM 12,8% bis 13,1%. Unter 14% landeten zudem ZDFinfo und Sat.1 Gold. Es zeigt sich also eine klare Tendenz: Wenig unter der WM gelitten haben Sender mit anspruchsvolleren Programmen, Informationssendungen – und Sender, die sich vornehmlich an Frauen richten.

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Am schlimmsten kamen in den vier WM-Wochen u.a. die beiden Sport-Sender Eurosport und Sport1 davon. Eurosport büßte 37,4% seines Vor-WM-Marktanteils ein, rutschte damit von 0,7% auf 0,4%, Sport1 verlor 33,7% von 0,8% auf 0,5%. Klare Sache: Ein Mega-Event wie die Fußball-WM überstrahlt sämtliche anderen Sport-Events, die Lust auf Fußball-fremde Sport-Übertragungen sinkt merklich. Ebenfalls mehr als 30% ihres Marktanteils aus den vier Wochen vor der WM eingebüßt haben Comedy Central (35,4%) und Tele 5 (32,1%), vier Sender also, die bei Männern erfolgreicher sind als bei Frauen und damit auch überdurchschnittlich stark unter der Männer-Flucht zu den WM-Spielen gelitten haben.

Unter den sechs großen Privatsendern verlor kabel eins am deutlichsten: 3,0% erreichte man während der WM, 4,1% in den vier Wochen davor – ein Minus von 25,7%. RTL büßte 24,1% seines Marktanteils ein, Vox 21,1%, RTL II 20,2%, ProSieben 18,3% und Sat.1 17,2%.

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