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Skys Börsenabsturz auf dem Gipfel der Fußball-Euphorie

Es muss wohl auch Verlierer geben: Mitten auf dem Gipfel der Fußball-Euphorie ist PayTV-Anbieter Sky, der seit Jahren die Bundesliga überträgt, an der Börse weiter abgestürzt. Der Grund: Analysten senken kollektiv den Daumen und nehmen Kursziele zurück, weil sie geringere Abonnentenerlöse erwarten und nicht mit Premium-Aufschlägen bei einer Übernahme durch BSkyB rechnen.

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Es passt zusammen: Keine WM, keine Fantasie, keine steigenden Kurse. So vereinfacht könnte man das Bild des Jammers beschreiben, das Sky-Aktionäre ausgerechnet auf dem Höhepunkt der aktuellen WM-Begeisterung abgeben. Während sich die Nation nach dem epochalen Halbfinale gegen Brasilien im kollektiven Jubeltaumel vereint in den Armen liegt, liegen Sky-Aktionäre seit Jahresbeginn um 22 Prozent hinten.

Dabei hat die Fußball-WM in Brasilien, die bei den Öffentlich-Rechtlichen stattfindet und erstmals seit 2002 nicht ebenfalls bei dem deutschen Bezahlender Sky übertragen wird, nicht wirklich etwas mit jüngsten Kursrutsch zu tun.

Analysten senken den Daumen

Dass die Sky-Aktie seit Wochen im Abseits steht, liegt in allererster Linie an den zunehmend frostigen Analysteneinschätzungen, die den jahrelangen Highflyer inzwischen weitaus kritischer beurteilen. Erst zu Wochenbeginn nahm  die japanische Investmentbank Normura ihre Kaufempfehlung zurück und stuft Sky nur noch mit „neutral“ ein. Das Kursziel wurde von 8,50 Euro auf 7,00 Euro zusammengestrichen, da künftig mit einem geringeren Durchschnittserlös je Abonnent  gerechnet wird.

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Noch deutlicher gehen die Analysten vom Bankhaus Lampe zur Werke: Sie stufen den MDax-Konzern mit „verkaufen“ ein und sehen das Kursziel  bei nur noch 6,00 Euro. Als kritisch beurteilt die Investmentbank vor allem die möglicherweise steigenden Kosten der nächsten Bundesligarechte. In dieselbe Kerbe schlägt auch das Analysehaus Warburg Research, das die Sky-Aktie mit 6,10 Euro ähnlich einstuft.

Übernahmefantasie durch BSkyB kaum vorhanden

Die Folgen des Bundesligapoker beurteilt die Privatbank Hauck & Aufhäuser unterdessen noch weitaus dramatischer. Die Frankfurter Analysten sehen in ihrer gestrigen Einschätzung Constantin Medien als möglichen Bieterrivalen an, der Preise treiben könnte.   Kursziel von Hauck & Aufhäuser: sogar nur 2,80 Euro! Aktuell notieren die Anteilscheine von Sky bei 6,30 Euro, nachdem das Papier noch zu 8 Euro ins Jahr gestartet war.

Bleibt die Übernahme-Hoffnung durch die BSkyB, die seit Mai köchelt. Medientycoon Rupert Murdoch könnte Sky Deutschland, an der er bekanntlich mehrheitlich beteiligt ist, in einen neuen Mutterkonzern versetzen – nämlich in seine britische Beteiligung BSkyB.  Doch die britische Bezahlsendergruppe dürfte bei einer Übernahmeofferte keinesfalls mehr als ein Pflichtangebot abgeben, das auf dem Durchschnittskurs  der vergangenen drei Monate basiert. Besser werden die Aussichten damit nicht: Je tiefer der Kurs, desto weniger zahlt BSkyB – und desto weniger ist damit für Aktionäre drin.

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