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Klage von RTL abgewiesen: „Super Nanny“-Folge verletzte die Menschenwürde

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Jahrelang stand das RTL-Format "Die Super Nanny“ in der Kritik von Jugendschützern. Die Kinder würden degradiert und zur Schau gestellt, ohne sich wehren zu können. In einer Folge wurde sogar wiederholt gezeigt, wie eine Frau ihre Kinder schlägt und bedroht. Die verstoße gegen die Menschenwürde, urteilte nun das Verwaltungsgericht Hannover.

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2011 schickte RTL seine Super Nanny aka Katja Saalfrank zu einer alleinstehenden Frau. Sie sollte dieser mit der Erziehung ihrer drei Kinder im Alter von drei, vier und sieben Jahren helfen. Was in der Folge zu sehen war: In mehreren Szenen schreit die Mutter ihre Kinder an, bedroht und schlägt sie. Katja Saalfrank selber spricht von Misshandlung. Die Aufnahmeleitung greift nicht ein, erst bei der zehnten Gewalthandlung schreitet jemand ein. RTL strahlte die Szenen mehrfach in seinem Programm aus, verwendete sie darüber hinaus als Trailer, um Zuschauer anzulocken.

Daraufhin erwirkte die Kommission für Jugendmedienschutz (KJM) einen offiziellen Beanstandungsbescheid durch die Niedersächsische Landesmedienanstalt. Die Menschenwürde der Kinder sei verletzt worden, so die Jugendschützer. RTL sah das ganz anders und klagte gegen die Beanstandung. Die Sendung habe das „erziehungspädagogische Ziel“ verfolgt, der Familie zu helfen, so der Privatsender. Darüber hinaus habe die Freiwillige Selbstkontrolle Fernsehen (FSF) besagte Folge vor der Ausstrahlung geprüft und freigegeben.

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Am vergangenen Dienstag hat das Verwaltungsgericht Hannover entschieden und die Klage von RTL zurückgewiesen. Die Menschenwürde der Kinder sei durch die Darstellung von insgesamt 22 Gewaltdarstellung verletzt worden, insbesondere durch die zahlreichen Wiederholungen und die Darstellung im Trailer für die Sendung.

Die „Super Nanny“ startete im Jahr 2004 auf dem Privatsender und wurde unter anderem von Deutschen Kinderschutzbund (DKSB) immer wieder heftig kritisiert. Bereits 2010 belegte die Kommission für Jugendmedienschutz eine ähnliche Szene mit einem Bußgeld von 30.000 Euro. 2011 wurde das Format endgültig eingestellt.

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