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„Pest oder Cholera“ – viele Springer-Leute wollen nicht zu Funke

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Funke-Programmies

Der Betriebsübergang im Zuge des Verkaufs von Axel Springer Programm- und Frauenzeitschriften an die Funke Mediengruppe sorgt nach wie vor für reichlich Ärger bei der Belegschaft. Wie die DJV-Zeitschrift Nordspitze berichtet, hätten bei den Programmzeitschriften 40 Prozent und bei den Frauenzeitschriften 27 Prozent der Beschäftigten dem Betriebsübergang ihres Arbeitsplatzes widersprochen. Beim Hamburger Abendblatt lag die Widerspruchsquote nur bei 5 Prozent.

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Das mag daran liegen, dass die Zukunft bei Funke vor allem für die Mitarbeiter der bisherigen Springer-Programmzeitschriften deutlich ungewisser scheint, als für die Redaktion des Hamburger Abendblatts. Als Hamburger Regionalzeitung bleibt der Standort Hamburg beim Abendblatt selbstverständlich erhalten. Eine Programmzeitschrift lässt sich dagegen vom Funke-Standort Ismaning bei München dagegen genauso produzieren, wie in Hamburg. Sogar billiger.

Zudem ist Funke aus kartellrechtlichen Gründen gar nicht der offizielle Käufer von acht Programmzeitschriften, sondern der Klambt Verlag. Die Haupt-Umsatzbringer Hörzu und TV Digital bleiben aber bei Funke, Klambt bekommt von Springer für den Deal einen Kredit.Drei Monate lang darf der Mantelteil der weitergereichten Hefte noch von den bisherigen Redakteuren erstellt werden, danach ist Klambt für die Redaktionen verantwortlich. Laut DJV ist noch völlig unklar, wieviele Leute übernommen werden. Für den Programmteil gilt offenbar eine Übergangsfrist bis zum 30. April 2015.

Jochen Beckmann, der bisher bei Springer die Programmies gemanagt hat und dies künftig für Funke tun wird, hat laut DJV versichert, dass der Programmteil der zu Funke verkauften Programmzeitschriften „mittelfristig“ in Hamburg bleiben wird. Da fragt sich der DJV natürlich: Was bedeutet mittelfristig? Schriftlich zugesichert sei nur, dass die Redaktion bis zum 31. Dezember 2014 in Hamburg bleiben darf. Die Unsicherheiten sind also durchaus verständlich. Das DJV-Magazin zitiert eine betroffene Mitarbeiterin mit den Worten, sie habe die Wahl „zwischen Pest und Cholera“.

Hier gibt es das DJV-Magazin Nordspitze mit dem entsprechenden Artikel als PDF.

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