Anzeige

„Endspielsieg“ in Rio: Österreichische Krone zensiert WM-Kolumne wegen Nazi-Analogie

PostVonJannee.jpg

Dieser Brief an Jogi Löw hat sich wohl etwas im Ton vergriffen. Michael Jeannée ist so etwas wie der Franz-Josef Wagner Österreichs. Wie sein Bild-Kollege schreibt auch der Krone-Kolumnist täglich einen Brief. Am heutigen Dienstag ging die Post an den "Lieben Jogi Löw". Allerdings driftete der letzte Satz derart in eine seltsame Nazi-Analogie ab, dass die Krone sich selbst zensierte. Jedoch erst in einer späteren Ausgabe.

Anzeige
Anzeige

So kam das Boulevard-Blatt mit dem eigentlich zensierten Brief an viele Kioske. In seinem Brief vom Dienstag beklagte Jeannée erst einmal, dass die Bild dem deutschen Nationaltrainer so wenig Liebe und Anerkennung entgegenbringt und am Montag lieber mit Corinna Schumacher aufgemacht hätte. Geradezu empört stellt er fest, dass die Berliner Boulevard-Kollegen das Spiel gegen Brasilien auf ihrer Seite eins „komplett ignorieren“. Selbst sein Brief-Kollege muss sich Kritik gefallen lassen: „Und der Star-Kolumnist des Blattes, Franz-Josef Wagner, formuliert auf Seite zwei einen herzzereißenden Brief an den verletzten Brasilo-Stürmerstar Neymar“.

Die Logik ist klar. Weil die Bild Löw nicht genug Liebe entgegenbringt, muss halt Jeannée ran. Und wie. Den ersten textlichen Ausrutscher gibt es bereits weiter oben im Text. Da heißt es schon: „Jogi, Jogi über alles“. Zum Schluss wird es dann aber noch schlimmer: „Ich glaube an den deutschen Fußball, ich liebe ihn. Seine Kraft und Leidenschaft. Sein Aufbäumen in scheinbar aussichtloser Situation. Seine Genieblitze. Seine schwarz-rot-goldene Geschlossenheit. Seine deutschen Tugenden in elf Sportlern“. Nach diesem Crescendo folgt der Schlussakkord: „Daher: Heute die Brasilianer und morgen die ganze Fußballwelt. Mit einem Endspielsieg in Rio“.

Anzeige

Der Schluss war wohl selbst für die Krone-Redaktion zu viel. In einer späteren Ausgabe der Boulevard-Zeitung fehlt dem Brief nun der komplette letzte Satz.

Anzeige

Mehr zum Thema

Anzeige
Anzeige

Dein Kommentar

Deine E-Mailadresse wird nicht veröffentlicht.

*