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Tochter von Wulff-Freund Egon Geerkens macht Praktikum bei Bild

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Am 26. Juni veröffentlichte die Bild-Zeitung ein kleines Interview mit Thomas Gottschalk. Thema: das Fußballduell zwischen Deutschland und den USA. Interessant waren nicht nur die Antworten des TV-Stars, interessant war auch die Autorenzeile. Bei der Fragestellerin handelt es sich um die Tochter von Egon Geerkens, dem "väterlichen Freund" von Christian Wulff.

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Dass die junge Frau offenbar ein Praktikum bei der Bild-Zeitung macht, mag für sich genommen nur eine kleine Personalie sein. Immerhin ist ein Interview mit dem Moderator Gottschalk ein schöner Coup für eine angehende Journalistin. Dass sie sich sich nun aber ausgerechnet die Bild-Zeitung ausgesucht hat, um Redaktionserfahrung zu sammeln, entbehrt nicht einer gewissen Ironie. Gäbe es doch Gründe für die Familie Geerkens, Abstand zur Bild zu halten.

Schließlich war es maßgeblich die Bild-Zeitung, die mit ihren Recherchen zum Hauskauf von Christian Wulff den „Fall Wulff“ ins Rollen brachte. Der führte am Ende bekanntermaßen zum Rücktritt Wulffs von seinem Amt als Bundespräsident. Wir erinnern uns: Der Kauf des Hauses in Großburgwedel wurde durch ein Darlehen ermöglicht, das Wulff von Edith Geerkens, der Frau des wohlhabenden Unternehmers, bekam. Egon Geerkens wird gerne als „väterlicher Freund“ des Ex-Politikers bezeichnet.

Wulff hatte Bild-Chef Diekmann auf die Mobilbox gesprochen, der „Rubikon“ sei überschritten, als Details zu seinem Hauskauf durch Bild publik gemacht werden sollten. Er konnte die Berichterstattung nicht verhindern. Warum die Geerkens-Tochter ausgerechnet ein Praktikum bei der Bild macht? Eine Anfrage, die MEEDIA Frau Geerkens zukommen ließ, beantwortete ihre Mutter Edith Geerkens. Bei Berichterstattung würden „unverzüglich“ presserechtliche Schritte eingeleitet.

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In seinem Buch „Ganz oben ganz unten“ schreibt Christian Wulff: „Die Namen von Egon und Edith Geerkens hatte ich bis zuletzt nicht öffentlich machen wollen – und auch dies aus Gründen, die im Privaten lagen. Es gab ein notarielles Testament des Ehepaars Geerkens, dass ich im Fall ihres Todes ihre beiden minderjährigen Töchter zu mir nehmen sollte. Wenn dieser Fall eintrat, sollten die Töchter in einem anständigen Haus unterkommen, auch deshalb wurden wir bei der Suche nach einem Haus und bei der Finanzierung von Egon Geerkens unterstützt. Wäre etwas passiert, hätten wir zu den Mädchen gesagt, eure Eltern haben uns aufgetragen, dass wir uns um euch kümmern. Mir lag daran, dass weder Familie Geerkens noch die Kinder in eine Bild-Kampagne reingezogen wurden.“

Das Ressort, in dem Frau Geerkens ihr Praktikum bei Bild macht, heißt übrigens „Investigative Recherche“. Es wird geleitet von Martin Heidemanns und Nikolaus Harbusch. Jenen Reportern, die die Hintergründe zur Finanzierung des Hauskaufs der Wulffs als erste veröffentlichten.

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