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Journalismus-Walz im Auftrag der Crowd: Die Crowdspondentinnen starten ihre Deutschlandreise

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Die Bettel-Journalistinnen gehen auf die Walz. Die Idee ist klasse und das Konzept kreativ: Lisa Altmeier und Steffi Fetz haben via Crowdfunding 5.300 Euro eingesammelt und wollen ab dem heutigen Donnerstag drei Monate lang im Dienste ihrer neuen Auftraggeber durch Deutschland reisen und deren Themenvorschläge abarbeiten. Jetzt.de und EinsPlus gefiel die Idee schon einmal so gut, dass sie die 26-Jährigen gleich verpflichteten.

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Allerdings reichen die Einnahmen, die die beiden bislang via Crowdfunding einsammeln konnten lediglich für Bahntickets und das Equipment. Heißt: Die Journalstinnen sind auch darauf angewiesen, dass entweder andere Redaktionen sie für Kost und Logis aufnehmen oder ihnen ihre Texte, Filme oder Podcasts abkaufen.

„Wir haben zwei Medien gefunden, die uns regelmäßig etwas abkaufen werden“, schreiben die beiden 26-jährigen Absolventinnen der Deutschen Journalistenschule bereits zum Start stolz auf ihrer Seite. „Zum einen jetzt.de von der Süddeutschen Zeitung. Dort wird einmal wöchentlich eine Kolumne von unserer Reise erscheinen. Zum anderen der ARD-Fernsehsender EinsPlus: Denen verkaufen wir unsere wöchentlichen Videos.“

Ab Ende Juli sind die Crowdspondentinnen jede Woche immer sonntags im Fernsehen zu sehen. “Wir sind vor allem deshalb froh, weil wir dennoch ein komplett unabhängiges Projekt bleiben werden, was für uns oberste Priorität hat“.

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In der Beschreibung ihres Projektes erklären die beiden, dass man sie auch unterstützen soll, wenn man jungen, unabhängigen Journalismus fördern wolle. „Der Journalismus in großen Medienunternehmen wird oft stark durch Nachrichtenagenturen beeinflusst. Klar, Nachrichtenagenturen sind wichtig, aber es ist schade, dass immer weniger Geld für Reporter vor Ort da ist. Für Menschen, die abseits des Schreibtisch recherchieren und sich auch mal um weniger beachtete Themen kümmern“. So würden wichtige Themen aus dem Blickfeld geraten,  nur weil sie nicht gerade dem allgemeinen Trend entsprechen würden.

Das Konzept ist für die beiden kein Neuland. Bereits im vergangenen Jahr fuhren Fetz und Altmeier im Auftrag ihrer Community schon einmal drei Monate lang durch Brasilien.

Die Idee erinnert stark an Handwerksburschen, die sich auf die Walz begeben. Einziger Unterschied ist, dass Altmeier und Fetz erst einmal genügend Startkapital einsammeln mussten. Das ist ein höchst kreativer Umgang mit der Idee des Crowdfunding. Bleibt allerdings die wohl eher moralische Frage, inwieweit ein Job überhaupt noch zukunftsträchtig ist, wenn man erst einmal um ein paar tausend Euro bitten muss, bevor man loslegen kann.

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