Holtzbrinck Digital: Fokus auf Marktplätze, Publishing und E-Learning

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Markus Schunk ist Chef von Holtzbrinck Digital

Digital Economy Holtzbrinck Digital, einer der führenden Internet-Investoren, stellt sich neu auf. In Zukunft investiert die Tochter der Holtzbrinck Publishing Group ausschließlich in die Segmente Marktplätze, Digital Publishing und E-Learning. Die Beteiligungen wurden auf ein gutes Dutzend reduziert, Akquisitionen seien geplant, sagt Holtzbrinck Digital-Chef Markus Schunk gegenüber MEEDIA.

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„Wir sind jetzt sauber aufgestellt und haben einen klaren Fokus auf Marktplätze, Digital Publishing und E-Learning“, sagt Schunk. „In diesen Geschäftsbereichen sind wir jetzt auf der Suche nach Neuinvestments.“ Die bisherige Struktur des Unternehmens – eine Aufteilung in strategische Investments, Inkubation (Startups) und Services (B2B-Plattformen) gibt es nicht mehr. „Wir folgen jetzt der inhaltlichen Strategie – unabhängig davon, ob ein interessantes Unternehmen bereits etabliert oder noch in der Frühphase ist“, sagt Schunk. Am Dienstag ging die neue Unternehmens-Website online.

Zur Sparte Marktplätze gehören u.a. das Verkuppelungsportal Parship und der Heimwerkermarktplatz MyHammer. In die Sparte Publishing gehören beispielsweise das die GuteFrage-Gruppe, das Self-Publishing-Portal Epubli und Netdoktor. E-Learning macht bisher Tutoria. Weitere Investments sollen folgen. Auf speziell dieses Segment stürzt sich seit einiger Zeit auch Bertelsmann. Verkauft wurden u.a. Allesklar.com, Autoplenum.de, Golem.de, Fantastic Zero, Buecher.de, bol.com, MyPhotobook.de und Simfy. Und natürlich wurde das Social Network StudiVZ abgestoßen, als es den Kampf gegen Facebook verloren hatte. „Neben der inhaltlichen Neuausrichtung, die wir in den letzten zwei bis drei Jahren massiv vorgenommen haben, steht unser Portfolio auch kommerziell sehr gut da. Wir wachsen mit deutlich 2-stelligen Wachstumsraten und haben die Profitabilität signifikant erhöht“, zieht Schunk Bilanz.

Mit dem entschlackten Portfolio sei es nun leichter möglich, sich schneller als der Wettbewerb zu bewegen. Mit anderen Worten: bisher war Holtzbrinck Digital zu breit aufgestellt. Es sei das Ziel, sagt Schunk, mit den Beteiligungen Nummer Eins oder Nummer zwei auf den jeweiligen Märkten zu werden. Auch darum verkaufte der Holtzbrinck Digital-CEO gerade das Preisvergleichsportal TopTarif an Verivox. TopTarif war hinter Check24 und Verivox nur die Nummer Drei unter den Vergleichsportalen.

Die kompletten Anteile hat Holtzbrinck Digital dagegen bei der Berliner Global Leads Group übernommen. Die GLG-Group fällt in die Sparte Publishing. Allerdings bieten die Berliner keinen klassischen Web-Journalismus an, sondern sie bieten „integrierte shoppingnahe Inhalte und Services an, die Nutzer bei Kaufentscheidungen unterstützen“. Das bedeutet: Couponing-Plattformen, Meta-Suchmaschinen für Produkte, auch redaktionelle Artikel zu Shopping-Themen wie etwa Dscuento.com. Das laut eigener Aussage profitable Unternehmen, an dem Holtzbrinck Digital bisher einen Minderheitsanteil hielt, betreibt Portale vor allem in Brasilien, Russland, Mexiko, Spanien und Italien.

Markus Schunk ist seit 2011 Geschäftsführer von Holtzbrinck Digital, zuvor hatte er den in der damaligen Form nicht weiter geführten Inkubator Holtzbrinck eLab verantwortet. Holtzbrinck Digital ist ein Tochterunternehmen der Holtzbrinck Publishing Group. An Holtzbrinck Digital angedockt sind die Holtzbrinck Ventures, die weiterhin zahlreiche Finanz-Investments u.a. bei Zalando, Groupon, etc. halten. Im Unterschied zu den strategischen Investments von Holtzbrinck Digital sind dies vor allem Finanzinvestments, u.a. auch an E-Commerce-Unternehmen.

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