Anzeige

Details zum Sparprogramm: WDR killt „Lokalzeit“-Ausgaben, Sport ungewiss

WDR-Intendant Tom Buhrow
WDR-Intendant Tom Buhrow Bild: WDR/Claus Langer

Rund 4.300 Angestellte, rund 1.900 feste Freie und eine ungenannte Zahl an freien Mitarbeitern: Dass der WDR bis zu 500 Stellen abbauen muss, ist bekannt. Wie diese Sparpläne aussehen, dazu hielt sich der Sender bislang bedeckt. Nun rückte Intendant Tom Buhrow mit ersten Details heraus. 

Anzeige
Anzeige

Weil ab 2016 langfristig rund 100 Millionen Euro im Budget fehlen, muss der Westdeutsche Rundfunk bis 2020 500 Stellen einsparen. Um handlungsfähig zu sein, will der Sender nun Prioritäten setzen in der Programm- und Senderplanung. Wie diese aussehen, das gab die Führung am Montag in Köln bekannt.

Erstes Opfer: die „Lokalzeit“ am Samstag mit ihren elf Regionalausgagben gibt es ab Januar 2015 nicht mehr. Das kündigte Fernsehchef Jörg Schönenborn an. Stattdessen ist eine neue landesweite „Lokalzeit Weekend“ mit starkem Service-Fokus geplant. Ansonsten hätte die Zahl der Studios verringert werden müssen. Kostenpunkt der Sendung bis dato: 60 Millionen Euro pro Jahr.

Unklar ist laut DerWesten, wie es mit den Sportrechten aussieht. Ansage von Intendant Tom Buhrow: „nicht um jeden Preis.“ Investieren will man hingegen bei den Serien. So soll das durchschnittlich 60-jährige Publikum etwas verjüngt werden. Rund um neue Formate fiel – wie nicht anders zu erwarten – der Name Jan Böhmermann. Mit dem Entertainer im Gepäck will der WDR neue Shows in Verbindung mit dem Internet bringen.

Bei den Radiosendern WDR 1, 2, 3, 4 und 5 soll vor allem beim Nachtprogramm eingespart werden, erklärte Rundfunkchefin Valerie Weber. An der Qualität der Sendungen soll das allerdings nicht ändern: „Die Hochkultur und die Klangkörper bleiben.“ Ferner soll das Programm stärker regionalisiert werden. Wie diese Regionalisierung aussieht: unklar.

Anzeige

Zuletzt hatte der DJV die Sparpläne des Sender kritisiert und ein klares Konzept gefordert: “Intelligentes Sparen muss an die Stelle der Rasenmäher-Methode treten, mit der der Sender derzeit Stellen und Honoraretats kappt. Der DJV-NRW fordert ein Konzept, welche Aufgaben der öffentlich-rechtliche Rundfunk mit welchen Finanzmitteln in Zukunft sicherstellen kann“, heißt es in einer ersten Stellungnahme der Gewerkschaft.

Nun soll es in erster Linie die Verwaltung treffen, dann die Bereiche Technik und Produktion. Buhrow hat für die Sparpläne die Unterstützung von Rundfunkrat und Verwaltungsrat. Bereits kurz nach seinem Antritt als Intendant hat Buhrow den WDR auf kommende Sparrunden eingeschworen. Zu Beginn war jedoch nur die Rede von 50 Planstellen, die abgebaut werden sollen. Offenbar reichte das bei weitem nicht aus. Wenn der WDR weiter so wirtschafte wie bisher, häuft sich innerhalb der kommenden zehn Jahre ein Defizit von 1,3 Milliarden Euro an, ließ Buhrow Mitte Juni ausrechnen.

 

Anzeige

Mehr zum Thema

Anzeige
Anzeige

Dein Kommentar

Deine E-Mailadresse wird nicht veröffentlicht.

*