Anzeige

„Mehr Gerechtigkeit“: Recherchebüro Correct!v will die Gesellschaft besser machen

correctiv_2.jpg
Unterstützer und Macher von Correct!v: Bodo Hombach (l.), David Schraven

Mit drei Millionen Euro soll der Journalismus in Deutschland ein bisschen investigativer, ein bisschen aufklärerischer, ein bisschen gemeinnütziger werden. Die Brost-Stiftung und ihr Vorsitzender Bodo Hombach ermöglichen den Start von Correct!v, einem gemeinnützigen Recherchebüro. "Unser Ziel ist es, mittels aufwändiger Recherchen unethisches Verhalten und strukturelle Missstände öffentlich zu machen", sagt David Schraven, der das Büro leitet.

Anzeige
Anzeige

Schraven war zuletzt Recherchechef der WAZ in Essen. MEEDIA hatte bereits nach seinem Abgang über seine neue Aufgabe spekuliert. Der Start von Correct!v ist von langer Hand vorbereitet – bereits zum Start präsentiert sich das Projekt mit einer aufwändigen Webseite, auf der die Hintergründe und die Ziele ausführlich beschrieben werden.

Correct!v hat u.a. das US-Projekt ProPublica zum Vorbild. Wie die amerikanischen Kollegen halten es die Jornalisten um Schraven mit der Leitlinie: wir machen nur, was die Gesellschaft zum Besseren verändert. Die recherchierten Geschichten werden nicht in erster Linie auf dem eigenen Portal veröffentlicht (das auch), sondern an Zeitungen, Magazine, Radio- und TV-Sender weitergereicht. Das Projekt ist darauf angelegt, Informationen zu teilen.

Die Initialförderung von drei Millionen Euro gilt über drei Jahre. Zusätzlich werben die Macher um Förderer und weitere Partner. Bodo Hombach wird Vorsitzender des „Ethikrates“ von Correct!v. Hombach sagt, man wolle mit dem Geld der Stiftung „ein neues Kapitel im Journalismus aufschlagen und die Zukunft demokratischer und transparenter gestalten“.

Anzeige

Warum überhaupt „gemeinnütziger“ Journalismus? Hombach, Schraven und Co. glauben, dass die klassischen Medien, deren Geschäftsmodelle „immer weniger“ funktionierten, in Zukunft Probleme haben werden, „ihrer Wächterfunktion nachzukommen“. These: „Die Krise der alten Medien ist die Chance für etwas ganz Neues.“ Es sei an der Zeit, dass sich Journalismus wieder auf „das Wesentliche“ konzentriere, und das sei Recherche.

Zur Redaktion von Correct!v gehören neben Schraven Annika Joeres (freie Journalistin u.a. für taz, Spiegel, Zeit, Freitag), David Crawford (freier Journalist u.a. für Wall Street Journal), Daniel Drepper (war u.a. bei der WAZ und Fellow am Stabile Center for Investigative Journalism an der Columbia University) und Stefan Wehrmeyer (Datenjournalist).

Hintergrund: Die Brost-Familie war bis zum Verkauf ihrer Anteile Mitgesellschafterin der WAZ-Gruppe, die heute Funke-Mediengruppe heißt. Die Verlegerin Anneliese Brost verstarb 2010. In ihrem Testament verfügte sie die Gründung einer Stiftung. Das Kapital der Stiftung liegt bei rund 300 Millionen Euro. Der ehemalige Politiker Bodo Hombach war zwischen 2002 und 2012 Geschäftsführer der WAZ-Gruppe. Heute ist er Präsident der Bonner Akademie für Forschung und Lehre praktischer Politik.

Anzeige

Mehr zum Thema

Anzeige
Anzeige

Dein Kommentar

Deine E-Mailadresse wird nicht veröffentlicht.

*