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Manipulierter Newsfeed: 700.000 Facebook-Nutzer als „Laborratten“

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Was hat sich das weltgrößte Social Network nur dabei gedacht: Wie am Wochenende bekannt wurde, hat Facebook vor zwei Jahren die Newsfeeds von 700.000 Nutzern manipuliert. Ein Teil der Mitglieder bekam überwiegend negative Mitteilungen ihrer Freunde angezeigt, der andere Teil überwiegend positive Postings. Bemerkenswert: Die Stimmung färbt ab. In den sozialen Medien gibt es nun eine Wutwelle gegen Facebook.


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Wie sehr haben die Postings unserer Freunde Einfluss auf unser eigenes Verhalten auf Facebook? Dieser Frage ging das weltgrößte Social Network zusammen mit Wissenschaftlern der Cornell University und der University of California, San Francisco im Januar 2012 nach – und zwar aktiv. 700.000 Nutzer-Accounts manipulierte das weltgrößte Social Network durch die aktive Filterung des Newfeeeds.

Ein Teil der Nutzer erhielt überwiegend positive Postings angezeigt, der andere Teil überwiegend negative. Erstaunliche Erkenntnis der Gefühlsmanipulation: Die Stimmung der Facebook-Freunde ist ansteckend – Nutzer posteten bis zu 90 Prozent entsprechend der vorherrschenden Stimmungslage. „Die auf Facebook gezeigten Gefühle beeinflussen unsere eigenen Gefühle“, stellte nun das Fachblatt Proceedings of the National Academy of Sciences nach der Veröffentlichung der Studie fest.

„Wir sind Laborratten“

Rechtlich gesehen sind Facebooks heimliche Psychospielchen mit den Nutzern kein Problem – das weltgrößte Social Network ist durch seine Geschäftsbedingungen hinreichend abgesichert. Doch ein schaler Beigeschmack bleibt bei Facebook-Mitgliedern – wer wird schon gern ungewollt Teil eines sozialen Experiments?

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Unter dem Hashtag #FacebookExperiment machten sich User unterdessen bei Twitter Luft. Als „unmoralisch“ und „unethisch“ empfanden Nutzer die Teilnahme. „Wir sind Laborratten“, brachte ein Facebooker seine Wut zum Ausdruck.

Facebook reagierte unterdessen mit einem Statement auf den aufkommenden Shitstorm. „Am Ende des Tages betraf die Untersuchung 0,4 Prozent aller Facebook–Mitglieder“, schrieb der an Erhebung beteiligte Daten-Wissenschaftler Adam Kramer von Facebook in einem öffentlichen Post.  „Die Ergebnisse der Studie mögen aber nicht die Besorgnis rechtfertigen, die die Studie ausgelöst hat“, räumte Kramer ein.  Ob die Sache damit so einfach ausgestanden ist?

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