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Samsung stimmt Anleger auf enttäuschendes Quartal ein

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Überraschendes Bekenntnis zu einem Zeitpunkt, als Glanzzahlen erwartet wurden: Samsung ließ durchblicken, dass sein zweites Quartal, in dem das Flaggschiff Galaxy S5 veröffentlicht wurde, nicht so gut verlief wie bislang erwartet. Finanzchef Lee Sang-Hoon machte eine deutliche Anmerkung gegenüber dem Wall Street Journal, die – auch ohne konkrete Zahlen zu nennen – viel Spielraum für Spekulationen bietet.

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Man kann es eine schlecht verklausulierte Gewinnwarnung nennen. „Es sieht nicht gut aus“, wurde Finanzchef Lee Sang-Hoon im Wall Street Journal zitiert. „Nicht gut“ wäre für jeden anderen Smartphone-Hersteller mit Ausnahme noch ein Luxusproblem, so üppig fielen die Milliardengewinne Samsungs in den vergangenen Quartalen aus.

Doch der Trend hat gedreht: Seit zwei Quartalen verdient der weltgrößte Smartphone-Hersteller weniger als im Vorjahr, obwohl er mehr Geräte absetzt.  Schuld daran ist der sinkende Durchschnittsverkaufspreis, der durch den Trend zu immer billigeren Geräten vor allem in den Schwellenländern nach unten gedrückt wird.

Analysten senken den Daumen

Mit dem Launch des neuen, hochpreisigen Flaggschiffs Galaxy S5 im April schien Samsung zumindest im laufenden Quartal nun wieder alle Trümpfe in der Hand zu halten. Doch die Apple-Problematik der notorisch hohen Analystenerwartungen scheint nun auch den südkoreanischen Techpionier einzuholen.

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Wie groß die Quartalsenttäuschung nun tatsächlich ausfällt, ist noch unklar. Samsung gewährt traditionell zu Quartalsbeginn einen Ausblick auf den abgelaufenen Dreimonatszeitraum und liefert die exakten Zahlen dann zum Monatsende nach. Das Brokerhaus KTB Investment & Securities hat unterdessen reagiert und die Schätzungen für das zweite Quartal nach unten angepasst.

Gewinneinbruch von 16 Prozent erwartet

So rechnen die KTB-Analysten nun mit einem Gewinneinbruch von 16 Prozent auf 8 Billionen Won. Der geschätzte Smartphone-Absatz von April bis Juni wurde auf 77 von 88 Millionen Einheiten zusammengestrichen.

Wenn Samsungs Geschäfte ausgerechnet im jenem Quartal, in dem es sein neues Flaggschiff-Smartphone vorstellt und Apple in die letzten Monate vor seinem iPhone geht, hinter den Markterwartungen zurückbleibt, entwickeln sich die Geschäfte für den südkoreanischen Traditionskonzern wohl tatsächlich anders als geplant. Samsung befindet sich zudem nach dem Herzinfarkt des Konzernpatriachen Lee Kun-Hee in einer Führungskrise.

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