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Hit-Singles: Das doppelte Dating-Lottchen in Stern und SZ-Magazin

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Diese Singles sind ein Hit: SZ-Magazin 25/2014, Stern 27/2014

Meike Deutschmann ist ohne Zweifel ein "Hit-Single". Der Stern hob die 32-Jährige in dieser Woche für seine Story "Deutschlands begehrteste Singles" auf den Titel. Und am vergangenen Freitag wurde die Lehrerin vom SZ-Magazin interviewt. Beide Zeitschriften wollten wissen, welche Kontaktanzeigen auf Dating-Sites besonders erfolgreich sind. Kann das Zufall sein?

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Vom SZ-Magazin abgeguckt hat sich der Stern die Story freilich nicht, denn dazu ist der Abstand der Veröffentlichungen viel zu kurz. Bei beiden gab es ein eigenes Shooting mit den „begehrtesten Singles“. Was das heißt? Die vorgestellten Menschen, allesamt auf Partnersuche, werden auf Online-Datingportalen offenbar besonders oft angeklickt und kontaktiert. „Wie machen Sie das?“, wollten sowohl Stern wie SZ-Magazin dann von den Frauen und Männern wissen.

In der Auswahl der Gesprächspartner war Lehrerin Meike Deutschmann in beiden Magazinen vertreten. Der Stern setzte sie sogar auf den Titel. Bei den Hamburgern heißt es, man habe sich bewusst dagegen entschieden, die Geschichte zu schieben. Sonst hätte es erst recht so ausgesehen, als ob die Idee abgekupfert worden sei.

Naheliegend wäre es nun gewesen, hätte eine PR-Agentur eines Datingportals die Geschichte gleich zweimal untergebracht. Dem soll nicht so gewesen sein. Wahrscheinlicher ist, dass sich die Magazinmacher wie so oft bei internationalen Medien inspirieren ließen. Die Daily Mail hatte beispielsweise Anfang des Jahres eine Story über das perfekte Foto für eine Dating-Site. Und das New York Magazine stellte im Februar „die vier begehrtesten New Yorker“ vor. Auch die US-Kollegen hatten bei einem Datingportal nachgefragt, welche Mitglieder besonders oft geklickt werden. Dass diese natürlich gerne ihre Vorzeigesingles in den Medien platzieren, versteht sich von selbst.

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Besonders das New York Magazine wird immer und immer wieder als Inspirationsquelle deutscher Medienmacher genannt. Deutsche Medien bedienen sich in der Regel nicht bei ihresgleichen, sondern im Ausland. Das ist freilich nicht verwerflich, sondern normale Themenrecherche. Belastet mit dem einzigen Risiko, dass gute Ideen gleich mehrfach adaptiert werden. Fragt sich am Ende der Geschichte nur: wer bekommt mehr Singles mit seiner Story unter die Haube?

(Hinweis auf die Dopplung via Twitter von taz-Redakteur Jürn Kruse)

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