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Googles Entwicklerkonferenz I/O: Android für alles

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Der wertvollste Internetkonzern der Welt präsentierte auf seiner jährlichen Entwicklerkonferenz I/O zahlreiche Updates seines mobilen Betriebssystems Android, das optisch generalüberholt wurde und fit für Smartwatches und das Auto gemacht wurde. Verglichen mit den Vorgängerkonferenzen verzichtete Google aber auf große Ankündigungen.

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Die Zukunftsvision fiel aus. Anders als im vergangenen Jahr, als ein sichtlich von Stimmenbandproblemen beeinträchtiger Larry Page eine emotionale Rede über den Status quo der technologischen Entwicklung und Googles Rolle dabei gehalten hatte („Wir kratzen nur an der Oberfläche unserer Möglichkeiten“), hatte Google wenig Visionäres zu verkünden.

Durch die Marathonveranstaltung, die knapp drei Stunden dauerte, führte Googles neuer, aufstrebender Stern, Sundar Pinchai, der den Android-Erfinder Andy Rubin im vergangenen Jahr als Chef des mobilen Betriebssystems entthront hatte. Der indischstämmige Pinchai ist ein echtes Google-Eigengewächs, der sich in einer Dekade in Mountain View bis in den kleinsten Führungszirkel nach oben gearbeitet hat.

Entwicklerkonferenz ganz im Zeichen des Android-Upgrades

Allerdings: Charismatische Bühnenpräsentationen, wie sie etwa Google-Gründer Sergey Brin oder dem langjährigen CEO Eric Schmidt gelangen, sind Pinchais Sache nicht. So wirkte seine Führung durch die diesjährige I/O so wenig inspirierend wie die vorgestellten, eher evolutionären denn revolutionären Neuerungen des Internetriesen, der auf jegliche Hardware-Neuheiten verzichtet.

Wie bei der I/O üblich stand Googles Entwicklerkonferenz ganz im Zeichen der Software – das bedeutet beim Internetriesen: von Android. Googles mobiles Betriebssystem, das monatlich bereits von einer  Milliarde aktiver Nutzer verwendet wird, erhält das erwartete Upgrade auf die Version 5.0 und soll Android L heißen. Überraschend: Google gewährte gestern in San Francisco nur eine Vorschau auf die neue Android-Generation, die – genau wie Apples iOS 8 – jedoch erst im Herbst erscheinen wird.

Android-Angriff aufs Handgelenk, Wohnzimmer und Auto…
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Dafür bläst der Internetriese zum totalen Angriff aufs mobile Leben: Mit Android Wear stellte Google Entwicklern erwartungsgemäß die Beta-Version seines mobilen Betriebssystems für Smartwatchs bereit – LG und Samsung bieten mit der LG Watch und der GearLive, die ab sofort erhältlich sind, die ersten Smartwatchs an, die auf Android basieren.

Doch am Handgelenk macht Google natürlich nicht halt. Mit dem Betriebssystem Android TV startet der wertvollste Internetkonzern der Welt nach Google TV seinen zweiten Angriff aufs Wohnzimmer. Schöner Service: Wie auch Amazons Fire TV kann man per Android TV etwa Filme per Sprachbefehl suchen.

aber Schweigen zu Google Glass und Google+

Und auch das Auto will Google natürlich nicht dem großen Rivalen Apple kampflos überlassen und schickt daher mit Android Auto sein mobiles Betriebssystem gegen Cupertinos CarPlay ins Rennen. In der Open Automotive Alliance kann der Internetriese gleich 40 Partner versammeln.

Und doch blieben nach Googles Ankündigungsfeuerwerk viele Fragen offen und Moonshots ungezündet. Google Glass, vor zwei Jahren an gleicher Stelle noch unter maximalem PR-Getöse vorgestellt, fand ebenso Erwähnung wie das ein Jahr davor gelaunchte Google+. Um das soziale Netzwerk ist es indes sehr still geworden, um die Datenbrille zuletzt auch. Und neue Moonshots? Google-CEO Larry Page überließ gestern der nächsten Google-Generation komplett die Bühne und verzichtete auf einen I/O-Auftritt.

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