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Uni-Studie: Medien-Apps mangelt es an journalistischen Ideen

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Urteil über Medien-Apps: "Mangel an Ideen"

Deutschen Medien-Apps mangelt es an journalistischen Ideen für mobile Geräte, eine multimediale Aufbereitung spielt keine große Rolle, neue Darstellungsformen werden kaum verwendet, insgesamt übernehmen Apps einfach bereits existierende Inhalte von ihren "Muttermedien". Dies ist das Ergebnis einer Studie, die an der Universität Passau entstand.

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Die Studie von Cornelia Wolf (hier geht es zum pdf) entstand am Lehrstuhl für computervermittelte Kommunikation der Uni Passau. Insgesamt 517 Apps von Redaktionen (Zeitung, Zeitschrift, Radio, TV) wurden untersucht und nach Kriterien wie Aktualität, Multimedialität, Interaktivität, Kontextsensitivität (GPS-Ortung) und Playfulness (z.B. Integration von Fingergesten) analysiert.

Auch wenn es sich um eine Momentaufnahme aus dem vergangenen Jahr handelt – veröffentlicht wurde die Studie nun in der aktuellen Ausgabe der Fachzeitschrift Media Perspektiven – ist das Fazit der Autorin aussagekräftig. Das Medien-Apps bisher das Potenzial digitaler Medien, auch das Potential mobiler Endgeräte, nicht im Ansatz ausschöpfen, ist keine Neuigkeit. Bemerkenswert ist nur, wie wenig anscheinend wirklich experimentiert wird, beispielsweise mit Formaten.

Der Befund, dass Apps von Medien weitgehend Übertragungen von Offline-Formaten auf den Screen von Smartphones und Tablets sind, liegt bereits einige Jahre zurück. Seither scheint sich nicht viel getan zu haben. Wo zu Beginn des App-Hypes noch aufgeregt Vorbilder herumgezeigt wurden (Wired! Frankfurter Rundschau! Stern!), lautet die Diagnose heute vielerorts: Stagnation.

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Dies hat zum einen damit zu tun, dass es für eine ständige Weiterentwicklung in vielen Verlagen an Geld fehlt. Erst musste man dabei sein, jetzt ist man halt dabei, verdient kaum Geld mit mobilen Anwendungen – und vernachlässigt Weiterentwicklungen bestehender Apps. Und dies liegt auch daran, dass Projekte wie die Einführung von neuen Apps angefangen und beendet werden – und dann als erledigt gelten. Dies ist freilich ein pauschales Urteil, genau diese Denke wandelt sich gerade.

Der Befund der Studie legt indes nahe, dass Konzepte und Strategien für mobile Apps immer noch zu sehr von der bestehenden etablierten linearen und nicht-digitalen Inhalte- und Erlöswelt her gedacht werden.

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