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Die erstaunliche WM-Begeisterung der US-Online-Medien

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Fußball, war da was in den USA? Da war was! Mit der Professionalität ihrer Tech-Berichterstattung nehmen sich Business Insider, Mashable und BuzzFeed der 20. Fußball-WM in Brasilien an. Schuld daran hat ausgerechnet ein Deutscher – Trainer Jürgen Klinsmann. Vor dem großen Showdown am morgigen Donnerstag brodeln die US-Blogs über.

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Die Zeiten, als Fußball in den USA Soccer hieß und als ewiger Europa-Export hinter Football, Baseball und Basketball ein Schattendasein in der US-Sportberichterstattung spielte, scheinen zumindest in diesem Sommer überwunden. Im Social Media-Zeitalter haben sich auch US-Online-Medien in der bekannten Professionalität und Detailverliebtheit der beliebtesten Nebensache der restlichen Welt angenommen.

Als würden Business Insider, Mashable und BuzzFeed auch während der MLS-Saison nichts anderes tun, laufen die führenden US-Tech-Medien so selbstverständlich zur absoluten Hochform auf, dass sich die deutsche Online-Landschaft durchaus eine Scheibe abschneiden könnte.

BuzzFeed kürt die heißesten deutschen Kicker: Sorry, Thomas Müller, kein Foto dabei

„Hips don’t lie“, zitiert etwa das reichweitenstarke TechBlog Mashable den acht Jahre alten Shakira-Hit: „Kolumbien hat den besten Jubel der WM“. Über 100 Artikel haben die umtriebigen US-Online-Journalisten des aus dem WM-Puzzle in leicht verdaulichen Social Media-Schnipseln bereits veröffentlicht  –  von den „12 schmerzhaftesten WM-Momenten“ bis zu „Wie Cristiano Ronaldos Frisur den finalen Spielzug des USA-Matches vorwegnahm.“

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BuzzFeed, seit jeher ungekrönter Champion der Listicles, wartet unterdessen noch Facebook-gerechter in epischer Breite mit 54 Gründen auf, „warum das deutsche Team das heißeste der WM ist„. „Sie haben Manuels unglaubliches Selfie-Baby-Face“, lautet eine Begründung. Neben der deutschen Nummer eins ganz vorne dabei in der Attraktivitätsskala der Social Media-Zauberer: Benedikt Höwedes, Julian Draxler und – keine Überraschung – Mats Hummels. Sorry, Thomas Müller: Für den Werbe-Liebling haben die BuzzFeed-Blogger leider kein Foto.

Business Insider:  „Wie die USA die größte WM-Chance in 55 Sekunden versiebte“

Noch mehr WM-Begeisterung gibt es beim Business Insider.  „Wie die USA die größte WM-Chance in 55 Sekunden versiebte“, rechnet das Blogkonglomerat von Henry Blodget den von Jürgen Klinsmann trainierten US Boys die letzten 55 Sekunden gegen Ghana so akribisch vor, wie es Sport1, Spox, kicker online oder Sportbild.de nicht mal bei deutschen Elf in einer Spielanalyse hinbekommen.

Keine Frage: Die deutschen Online-Medien könnten zumindest in der klickträchtigen Aufbereitung einiges von den US-Vorzeige-Angeboten unter der neuen Generation von News-Portalen lernen. In den kommenden Tagen vor dem großen Showdown mit den USA um den Einzug ins Achtelfinale dürfte es noch jede Menge Anschauungsunterricht geben.

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