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Galgenhumor und Häme: Wie die englische Presse ihre Nationalelf verreißt

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Premier-League-Spieler Luis Suárez besiegelte den Sieg Uruguays gegen England

Wer denkt, dass die englische Presse die ohnehin schon gebeutelten Three Lions mit Samthandschuhen anfasst, der irrt: Unisono dreschen Daily Mail und Co. auf ihre Nationalelf und Trainer Roy Hodgson ein. 

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„Das sind wir jetzt. Die lächelnden Idioten, die sich freuen, bei der Party dabei zu sein“, schreibt die Daily Mail. Und weiter: „Gruppe D steht für Tod (Engl.: death, Anm. d. Red.) des englischen Teams. Wie kann die FA also am selben Tag erklären, dass Hodgson sicher ist? Es ist eine verdammte Beleidigung für jeden Fan.“ Das Land hat damit zu kämpfen, dass sein Team zum ersten Mal seit 1958 in der Vorrunde ausgeschieden ist.

Der Sündenbock scheint schnell ausgemacht: Trainer Roy Hodgson. Der erinnerte mit „seinem blassen Gesicht und dem grauen FA-Anzug eher an John Major als an James Bond“, resümiert der Independent. Was das mit seiner Qualifikation als Trainer zu tun hat, sei einmal dahingestellt. Die britische Sun holt für das Dilemma in der Vorrunde gar ein Monty-Python-Zitat aus der Schublade und titelt: „Always Look on the Bright Side of Life.“

Wo bleibt der typische britische Humor? Für den sorgt der Scotsman aus dem Nachbarland Schottland. England sei schon ausgeschieden, „bevor die Spieler alle Malaria-Tabletten eingenommen haben“. Und Roger Moorhouse, Reporter der BBC, twittert: „Trost für alle Fans: England kann wenigstens nicht im Elfmeterschießen ausscheiden.“

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Der Guardian, ansonsten für seine seriöse Berichterstattung bekannt, lästert schon über die Leistung der Italiener und fragt: „Was wird Mario Balotelli für diese Leistung kriegen? Auf jeden Fall keinen Kuss der Queen, soviel ist sicher. Vielleicht einen Kuss von Prinz Philipp. Mit Zunge. Oder eher einen Tritt in den Hintern von der Queen.“ Der Stürmer hatte vorher getwittert, er wolle als Siegprämie einen Kuss der Königin auf die Wange. 

„Kopf hoch, Jungs. Es sind nur 721 Tage bis zur EM 2016“, spottete die Sun. „Italiens Niederlage beendet Englands letzte Hoffnungen. England ist nach der schlechtesten Leistung seit 50 Jahren gescheitert. Ganz nüchtern resümiert derweil die Times, dass Ruiz Englands Elend beendet hätte: „Manche Probleme werden eben nicht von Geld gelöst, von modernsten Anlagen, davon, dass das Land mit Trainern überschwemmt wird.“

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